Freitag, 22. Juli 2011

Bruno Gmünder vom Pornografievorwurf freigesprochen... allerdings nur im Fall eines Nackedei-Kalenders

Der Tagesspiegel, Berlin, 9. Februar 2008
Am 8. Februar 2008 urteilte das Kammergericht Berlin über einen seit Jahren schwelenden Bilderstreit: Der Verleger Bruno Gmünder hatte Fotowandkalender publiziert, auf denen nackte Männer mit einer Erektion zu erkennen sind. Die Anklage plädierte auf Pornografie und Verletzung des Jugendschutzes mit dem Ziel, die Veröffentlichung solcher Fotos in Zukunft zu verhindern. ... Das Kammergericht folgte der Argumentation des Verlags: Wenn die Abbildung einer Erektion nicht bildbestimmend ist, die abgebildete Person als eigene Persönlichkeit erkennbar bleibt, das Bild insgesamt nicht reißerisch ist, dann könne dies keine Pornografie sein. Jugendgefährdend könne das auch deshalb schon nicht sein, weil der bloße Anblick eines solchen Bildes keineswegs einen heutigen Jugendlichen derart verstören könne, dass er in seiner Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt würde. Der Bruno Gmünder Verlag begrüßte das Urteil als "einen wichtigen Schritt Richtung Anerkennung schwuler Erotik in Kunst und Fotografie"... (Auszug aus queer.de am 8.2.2008)

Erstaunlich ist, wie sehr sich die Staatsanwälte und Richter in diesem Erektions-Fall auf einen einzelnen Kalender versteift hatten. Hätten dieselben Damen und Herren nur einen einzigen Blick um die Ecke riskiert, nämlich in Bruno's Gay Media Online Store, wären sie ganz schön baff gewesen, was Bruno Gmünder so alles unter einem "wichtigen Schritt Richtung Anerkennung schwuler Erotik  ..." versteht.

Zwischenbemerkung: Für eine Registrierung in Bruno's Gay Media Online Store braucht es keinen Altersnachweis, geschweige denn, dass auch nur das Geburtsdatum anzugeben wäre.

"Wenn die Abbildung einer Erektion nicht bildbestimmend ist, die abgebildete Person als eigene Persönlichkeit erkennbar bleibt, das Bild insgesamt nicht reißerisch ist, dann könne dies keine Pornografie sein" - - - Zum Beispiel Comics in der Rubrik "Erotik" - Queer.de nennt sowas sinnigerweise Ein-Hand-Comics.


Drei Beispiele von zahllosen derartigen, für jeden Jugendlichen in Bruno's Gay Media Online Store erhältlichen Pornoangeboten: Bike Boy (Ein Comic für Erwachsene. Saftstrotzende, herrlich versaute Geschichte... „Bike Boy“ von Zack ist garantiert nicht jugendfrei, aber (trotzdem) Kunst. Männersex pur in Comicmanier. Hart, hart, hart), Tom of Finland (Erläuterungen überflüssig), Illustations (Superhelden, die das Universum durch Einsatz ihres Riesenschwengels retten) ...

Oder die in diesem Blog bereits erwähnte Loverboys Pornobuchreihe (derzeit 83 Pornotitel im Angebot) über die einer der Porno-Autoren (der bereits 10 Gmünder-Titel herausejakuliert hat) sagt: Nichts für Jugendliche unter 18 Jahren...


Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Archivar "konsumiert" selber Pornographie. Die Klagerei gegen (Erektions)Pornographie  findet er vorsinflutlich und bescheuert. 

Brunos Heuchelei, Rosstäuscherei und Scheinheiligkeit hingegen findet er zum Kotzen.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Bruno Gmünder und die Homoehe

Foto BOX 217, Juli 2011, Lesbisch-schwules Stadtfest Berlin, www.box-online.de
"... Wir sind jetzt so weit, dass viele sagen, die Homos sollen auch heiraten können. Ich habe das nur mitgetragen, weil ich dachte - analog zu den Afroamerikanern -, wenn schon alle im Bus fahren wollen, will ich auch vorne einsteigen dürfen. Jetzt dürfen wir hinten einsteigen und uns auch noch artig bedanken. Die Kernfrage ist aber: Wollen wir überhaupt in den Bus einsteigen? Da habe ich meine Zweifel - die Ehe passt gar nicht zu uns." ...

Spätere Frage: Sie sind also doch verpartnert? "Nein, noch nicht. Wir sind jetzt zehn Jahre zusammen. Und jetzt wollen wir uns verpartnern."

Zitiert aus taz vom 18./19. Juni 2011

P.S. Als künftiger seriöser Ehepartner des Alt-Verlegers hat Herbert, 34, (vorne im Bild) mittlerweile all die jahrelang veröffentlichten, anregenden Schwanzfotos aus seinem Gayromeo Profil (resievilfan) gelöscht... 18.07.2011 lt. brunoleaks-Freunden inzwischen wieder zu bewundern.