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| Bruno Gmünder (55) und John D. Stamford (45) |
Die Geschichte des 'Spartacus Gay Guide' wurde bisher nicht
geschrieben. Das hat Gründe, die hier beschrieben und dokumentiert
werden. Dabei ist sie (sogar nur von 1970-1987) spannend, turbulent und
so umfangreich, dass sie einen einzelnen Blog-Eintrag sprengen würde.
Deshalb veröffentlicht brunoleaks die Geschichte und die Hintergründe in mehreren hintereinander folgenden Teilen.
Da
schon während der Recherchen immer wieder neue und sogar gegenteilige
Fakten auftauchten, aber auch nachträglich ergänzende Kenntnisse und
Erkenntnisse von Insidern eingingen und sicherlich noch eingehen
werden (z.B. von Lesern), sei an dieser Stelle daran erinnert, dass
Einträge in diesem Blog grundsätzlich auch ergänzt, selbstverständlich
richtig gestellt, korrigiert oder gekürzt werden können.Das
hier auftauchende Dauer-Thema ‘Pädophilie’ dient nur einem Zweck,
nämlich zur Erläuterung der ‘Spartacus’-Fakten und -Hintergründe. Im
übrigen erhebt auch dieser Blog-Beitrag weder Anspruch auf
Allwissenheit, noch auf Vollständigkeit. Interessenten stellen wir gerne
Artikel-Kopien in hoher Auflösung zur Verfügung, z.B. wenn
Textabbildungen hier nur ungenügend lesbar sind.
Fortsetzung vom (anklicken) 6. Teil, 1987-2011
Die sogenannten "Medienskandale" sind ein einziger, unendlicher Stamford-Spartacus-Skandal.
In dem Absatz "Geschichte" beim Stichwort 'Spartacus' heisst es in ‘Wikipedia’:
"In den 30 Jahren seines Erscheinens überlebte der Spartacus einige Medienskandale. Die meisten der Anschuldigungen basierten auf der mehrfach vor Gericht widerlegten Annahme, dass der Reiseführer von kriminellen Pädophilenringen verwendet werden könnte.
Zwei größere Streitfälle wurden mit dem französischen Fernsehsender TF1
und der französischen Publikation Société Presse – Alliance SA -
ausgetragen, wo die Anschuldigungen so weit gingen, dass der Spartacus
sexuellen Kindesmissbrauch fördere."

Auch wenn brunoleaks
nicht alle irgendwann und irgendwo auf der Welt erschienenen Artikel,
nicht alles, was irgendwann und irgendwo in der Gay Presse publiziert
wurde, und schon gar nicht die Anklagen gegen John D. Stamford und die
Urteile bzw. Freisprüche kennt, so erlauben wir uns dennoch, diesen
‘Wikipedia’-Text als vorsätzliche, gezielte Irreführung und Vertuschung
zu bezeichnen. Da der Text konkrete Zahlen nennt (die seit Jahren
weltweit als angeblich korrekte Zahlen verbreitet werden), darf davon
ausgegangen werden, dass der oder die Autoren aus dem Verlag bzw. von Bruno Gmünder selbst oder aus dessen Umfeld stammen.
Tatsächlich jedoch waren Stamford, ‘Spartacus’ und der (schwule) Pädo-Tourismus, spätestens ab 1981 und in sämtlichen Folgejahren,
wiederholt Thema in der britischen und niederländischen Presse. Ferner
(zumindest auch) in der Presse der Philippinen und Sri Lankas. Dem
Spartacus-Guide wurde bereits 1981 von der UN in Genf vorgeworfen, für
die Ausbeutung von Kindern in Thailand, Sri Lanka und auf den
Philippinen verantwortlich zu sein. Da der ‘Spartacus’ in den Niederlanden
herausgegeben wurde, wurde der Vorwurf gegen die Niederlande erhoben:
wegen Förderung von
Ausbeutung
und Sklaverei in Ländern der Dritten Welt. Die Niederlande wurden zu einer
Stellungnahme aufgefordert, die den UN jedoch erst 1985 oder 1986
vorlag. Diese Stellungnahme kam einer Untersuchung des Sex-Tourismus
gleich, wobei sich die Niederlande (selber) von allen Vorwürfen freisprach. Auch wurde darin kein Verbot von Stamfords Guide gefordert.

Mit dem Wort "Medienskandale" betreiben die ‘Wikipedia’-Autoren Irreführung, Verharmlosung und Legendenbildung. Sie wollen dem Leser weiss machen, John D. Stamford war ein unschuldig verfolgter Homosexueller ... gehetzt von den Medien, denen es ausschliesslich um Auflagensteigerung ging. Nach ‘Wikipedia’-Lesart waren nicht die pädophilen Interessen, Verquickungen und Geschäfte des John D. Stamford skandalös, sondern dass Medien - wohl möglich überzogen - darüber berichteten. Tatsächlich jedoch durchziehen die pädophilen Neigungen und die Pädo-Geschäftsinteressen des John D. Stamford seine gesamte Lebensgeschichte - und damit die des ‘Spartacus’, zumindest bis 1987. Und setzten sich bis zu seinem Lebensende in Belgien fort.

Die pädophilen Verquickungen und Geschäftsinteressen Stamfords sowie die breite öffentliche Berichterstattung darüber, waren aber nur ein Grund von vielen, dass ihm gar nichts anderes übrig blieb, als seine "Erfindung" ‘Spartacus’ an den Bruno Gmünder Verlag - erst in Teilen, letztendlich komplett - abzugeben. Es war der einzige schwule Verlag in Europa, von dem er vermutete, dass er die finanziellen Mittel zur Fortführung des Titels besässe und ihn noch irgendwie an der sprudelnden Spartacus-Bargeldquelle teilhaben lassen könnte. Unternehmer Stamford, der herumreisend seine Forderungen bar einzukassierten pflegte, hatte darüber hinaus aber noch diverse andere Probleme: ausstehende Gehaltszahlungen, Verschwendungssucht, unternehmerische Unfähigkeit und - daraus schlussfolgernd und am schlimmsten - mit dem Finanzamt. Und er hatte nicht nur mit seinen bösen Mitarbeitern Probleme (wie er gebetsmühlenartig überall beklagte), sondern - wie sich aus unserer Zusammenstellung ergibt - fast alle seine Mitarbeiter hatten auch gewaltige Probleme mit ihm.

‘Gay Journal’ 7/1985, Seiten 4+5. Wir haben diesen Artikel in einer so hohen Auflösung in das Blog gestellt, damit ihn jeder Interessierte in seiner ganzen Länge lesen kann (Bild anklicken). Der haarsträubende Bericht über Stamfords Geschäftspraktiken bezieht seine Informationen aus De Gay Krant; die bekannte holländische Schwulen-Zeitung hatte mit Stamford, seinen (Ex)Mitarbeitern und Spartacus-Inserenten Interviews gemacht.
Stamford macht - u.a. - für alle Probleme seine Mitarbeiter verantwortlich „ ...Ich will nie mehr schwule Mitarbeiter haben. Sie sind total vertrauensunwürdig...“ Dieses Gejammer über all die Bösen rings um ihn herum, Vorwürfe, Unterstellungen und Frontalangriffe auf Mitarbeiter, findet man mit schöner Regelmässigkeit, sowohl in seinem 'Spartacus Magazin' als auch in einigen Vorworten des 'Spartacus Gay Guide'. Offensichtlich war der Mann auch in Sachen Menschenführung völlig ungeeignet.
Unter anderem in den Ausgaben 1970 und 1975 des 'Spartacus' behauptet John D. Stamford, vor Herausgabe des Spartacus „...eine Rolle in der Kampagne für die Gesetzesänderung in Grossbritannien (1967) ...“ gespielt zu haben. Eine Passage, die von schwulen Medien immer wieder gerne übernommen wurde, für die wir bei unseren langwierigen Recherchen jedoch nicht den geringsten Anhaltspunkt fanden. Auch der sonst so viel schreibende Stamford hat sich darüber nie ausgelassen.
Überdies scheint John D. Stamford ein phantasievoller Märchenerzähler gewesen zu sein. Insider bezweifeln zum Beispiel, dass er Priester war bzw. je an einem Priesterseminar war, Angaben zur Person, die selbst von nicht-schwulen Medien bei jeder Gelegenheit wiedergekäut wurden. Einem englischen brunoleaks-Leser, der ihn persönlich kannte, erzählte er, dass er in den Jahren um 1964 in (Kingston upon) Hull, in der heutigen Grafschaft Yorkshire and the Humber, gelebt und als Handelsvertreter gearbeitet hätte. Das ist ziemlich genau jener Zeitabschnitt, währenddessen er angeblich Seminarist bzw. Priester war.
Der gleiche Leser beschreibt Stamford als witzigen Unterhalter und zugleich zynischen Zeitgenossen - mit einem 'bösen englischen Humor' - der überdies ein fotografisches Gedächtnis besass. Übrigens redete Stamford über Bruno Gmünder (in Abwesenheit) gerne als "The Emperor" und über Christian von Maltzahn als "The Empress".
John D. Stamford hat (wie sollte es anders sein?) seinen Teil zur Vertuschung und Legendenbildung beigetragen - siehe diesen Brief, dessen zweiter und dritter Absatz ein einziges Lügenmärchen ist. Ganz offensichtlich gehörte er zu jenem Typ Mensch, der die Verantwortung ausschliesslich bei anderen, aber nie bei sich selbst sucht. In der stamfordschen Lesart, hatte man einen Heiligen Ritter der Schwulenszene fertiggemacht.
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| 16. = 1. Spartacus im Bruno Gmünder Verlag |
„ ... Ein Zusammenwirken von Sabotage im Innern - seitens untreuer Angestellter - sowie Angriffen von ausserhalb zwangen mich in ein auswegloses Dilemma ...Ich war gezwungen ... in einem anderen Land Zuflucht zu suchen ... „
Und Bruno Gmünder, der noch weit mehr wissen dürfte, als was hier für brunoleaks zusammengetragen wurde, hat - selbstverständlich - J.D. Stamfords Brief an die Leser des Spartacus 1987 ungeniert abgedruckt. Bruno Gmünder und sein Verlag hatten allen Grund, die wahren Fakten unter den Tisch zu kehren. Der Titel musste, um wieder Gewinne einfahren zu können, schnellstmöglich aus der öffentlichen Diskussion verschwinden, der Reiseführer vom Pädo-Image und von Pädo-Skandalen befreit werden.

Tatsache ist, Bruno Gmünder verhandelte die Übernahme des 'Spartacus' mit einem bankrotten, u.a. von den Behörden gesuchten Verleger, nämlich als dessen Besitz in den Niederlanden gepfändet und postwendend versteigert worden war. Gmünder verhandelte mit dem Pleitier und Pädosex-Geschäftemacher Stamford, als der Gay Guide - durch Aussetzen der jährlichen Erscheinungsweise und zahlreiche negative Medienberichte - immer mehr an Marktwert und Anzeigenkunden (!) zu verlieren drohte. Siehe „1986 pfändete der niederländische Fiskus den Besitz des Engländers“
Der erste im Bruno Gmünder Verlag herausgegebene SPARTACUS beginnt mit einer faustdicken Lüge. Siehe 16. SPARTACUS, Seite 13, Bruno Gmünders ‘Wort an den Leser’. „Die grosse Tradition des SPARTACUS wird mit dieser Ausgabe wieder fortgesetzt ... sämtliche Ländertexte wurden vollständig überarbeitet und aktualisiert ..."
Das ist gelogen. Ausgerechnet die pädo-orientierten Ländertexte der Philippinen (1985 = Seite 594, 1987 = Seiten 557+558) und Sri Lankas
(1985 = Seite 684, 1987 = Seite 623) - also jener für die unendlichen Pädo-Probleme Mitverantwortlichen des 'Spartacus' - wurden in keinem einzigen Wort verändert, korrigiert, geschweige denn aktualisiert... Gleiches ergab sich beim Vergleich weiterer Ländertexte, vor allem jener von Pädophilen bevorzugter Reiseziele. Es ist müssig - aber würde man sich die Arbeit machen und die beiden Ausgaben (Stamford/Gmünder) Seite für Seite gegenüberstellen, würde man wohl aus dem Staunen nicht herauskommen ...
Diese Behauptung scheint uns nicht zu kühn, denn Stamford und Gmünder hatten in den letzten zwei/drei Monaten des Jahres 1986 verhandelt, während der erste gmündersche 'Spartacus' bereits im Mai 1987 auf dem Markt war. Zieht man einen Monat ab - für Produktion, Filme und Druckplatten herstellen, Imprimatur, drucken, buchbindern - dann bleiben nur lächerlich wenige Arbeitswochen für eine „vollständige Überarbeitung und Aktualisierung“ des veralteten (Stand Ende 1984!) Werkes. Vermutlich hat man die paar Wochen hauptsächlich zur Wiederbelebung alter und Gewinnung neuer Anzeigenkunden genutzt - mit dem Argument, dass der Reiseführer nun in der Regie des 'seriösen' Bruno Gmünder Verlag erscheint, nicht jedoch um den Informationsinhalt zu aktualisieren.
Es kommt aber noch dicker: Ehemalige Mitarbeiter des Bruno Gmünder Verlag berichten, von Anfang an, und über viele Jahre darüber hinaus, arbeiteten nur ein einziger Redakteur und ein Praktikant für den 'Spartacus', die damit total überfordert waren. Mehr noch wurden in den Anfangsjahren die Spartacus-Redakteure fast schon jährlich ausgewechselt. "Es wurde nur geändert bzw. ergänzt, wenn von Spartacus-Nutzern und den sog. Korrespondenten Neuigkeiten eintrafen. Selten nur wurden alte Einträge gelöscht. Ein Grund dafür, warum der 'Spartacus' von Jahr zu Jahr dicker anschwoll. Heute noch findet man Einträge, die von Stamford persönlich stammen (z.B. Kroatien)..."

Im ‘Spartacus Gay Guide’ selbst haben wir keine direkte und spezielle Werbung für Pädo-Touristen finden können. Auch im SPARTACUS Magazin, später SPARTACUS Traveller, kann man nicht gerade von Spezialinformationen für Pädophile sprechen. Allerdings dreht es sich in den Ländertexten dieser Publikationen - speziell bei den von Pädophilen bevorzugten Reisezielen - ausschliesslich um „Boys“ (zwinker! zwinker!), um käuflichen Sex und Vorsichtsmassnahmen des Touristen (um nicht geschnappt, nicht beklaut, nicht erpresst zu werden). Der 'normale schwule Tourist' wird mit diesen Texten überhaupt nicht angesprochen. Und hier finden wir auch das hässliche Vermächtnis, das der geniale Gay-Guide-Erfinder der schwulen Welt hinterlassen hat: Seine permanente Gleichsetzung von Schwulen und Pädophilen.
Allerdings konnte brunoleaks bislang kein einziges jener ‘Portfolios’ auftreiben: „Mit detaillierten Informationen darüber, wo junge Knaben zu finden sind, was man ihnen zahlen muss, die damit verbundenen Risiken und wie man einer Verhaftung entgeht“. Laut ‘Sunday Times’ hatte sich der Reporter Mazher Mahmood so ein ‘Portfolio’ besorgt - über Manila und jene phillipinischen Provinzen, die Stamford als „einen Himmel für Kindersex“ empfahl. Nur zahlende „Spartacus-Clubmitglieder“ erhielten diese Spezial-Informationen.
Im 6. Teil dieses Spartacus-Beitrags haben wir ein paar Fakten über Auflagentäuschungen genannt. Ergänzend dazu muss man wissen, dass die tatsächliche Verkaufsauflage dieses Reiseführers zweit-, wenn nicht gar drittrangig ist. Die entscheidende Summe erzielt der Verlag (und erzielte offensichtlich auch schon Stamford) durch die (extrem hohen) Anzeigenpreise. Um dem Leser eine Vorstellung zu vermitteln, haben wir den 29. 'Spartacus' 2000/2001 durchgearbeitet.
1.316 Seiten umfasst der Innenteil des Reise-
führers (ohne Einleitung), davon sind
19 Seiten Index
9 Seiten Verlags-Eigenwerbung
460 Seiten kommerzielle Anzeigen = 35% bezahlte Anzeigen
ca. 15 Seiten Füllanzeigen wie AIDS-Hilfe, AIDS-
Warnung, Euro-Umrechnungsanzeigen und
World-Wide-Spartacus-Advertising-Anzeigen
= 503 Seiten = 38,2%
813 Seiten verbleiben für
Reiseführer-Informationen = 61,8 % Inhalt
Hinzu kommen 9 - teils vierfarbige - kommerzielle Anzeigen auf Umschlag- und Vorsatzseiten.
Es gibt zahllose Doppelseiten, die
ausschliesslich mit Anzeigen vollgestopft sind oder maximal 18 kurze "redaktionelle" Zeilen enthalten.
Die beiden (mehr oder minder) schwulen Unternehmer / Verleger - John D. Stamford und Bruno Gmünder - weisen eine Reihe erstaunlicher Gemeinsamkeiten auf. Beide haben sich in der schwulen Welt, bei ihren Fans und Kunden als Vorkämpfers für die schwule Minderheit inszeniert, als unermüdliche wagemutige Pioniere fürs Coming-Out, für Gleichstellung und Gleichberechtigung.
Bruno Gmünder, der AIDS-Hilfe-Mitbegründer, „seine tiefe Verwurzelung mit der schwulen Szene auch abseits unternehmerischer Aktivitäten“, der „Wegbereiter schwuler Emanzipation“, der mit den immer gleichen Schlagworten das Bild des schwulen Saubermann und Gutmenschen von sich zeichnete: „gesellschaftlich fortschrittlich, ästhetisch-sinnlich und schwules Selbstbewusstsein“ ...
Wird man Bruno Gmünder in seinen Anfangsjahren (mit Christian von Maltzahn) noch echtes Engagement zugestehen (siehe TORSO), mutierte all das - mit wachsendem Verlag, wachsendem Umsatz und wachsendem Gewinn - zu puren Spruchblasen. In Folge ging es Gmünder um Expansion, um „Kohle machen“ und in seinem Unternehmen, wie auch in der Schwulenwelt, den generösen Gönner und den „grossen Maxe“ zu spielen. Die Übernahme des rufgeschädigten ‘Spartacus’ war ein wohl kalkulierter, genialer Schachzug. Ein Schnäppchen diesen Aussmasses macht man nur einmal im Leben. Das an sich wäre okay, wenn er sich nicht - bis heute - als schwuler Idealist produzieren würde, der er nicht ist! Details dazu finden sich viele in brunoleaks.

John D. Stamford agierte mit der gleichen Image-Masche, wobei seine geschäftliche Konzentration auf die Zielgruppe Knabenliebhaber schamlos, seine Äusserungen über Angebot und Verfügbarkeit von Dritte-Welt-Knaben widerwärtig und perfide waren. Er über sich: " ... hat viel durchgemacht bevor er den 'Spartacus' begründen konnte ... hat sich eine tiefe persönliche Philosophie und Geistigkeit ausgearbeitet ... ist seinen Verpflichtungen, für die anderen zu sorgen, völlig zugetan... Stamford hatte es sich zum Ziel gesetzt eine >bessere Welt für Schwule< mitzugestalten, gegen die versteckte Einsamkeit anzukämpfen". Dabei ging es ihm - so das Bild nach unseren Recherchen - immer nur um Geld, Machtgehabe und Triebbefriedigung. Zeitlebens inszenierte er sich als armer (!) schwuler Robin Hood, ständig verkannt und verfolgt, ständig von Lügnern und Dieben umgeben. Bei Übergabe des 'Spartacus' an Bruno Gmünder erklärt er den (für ihn so gewinnträchtigen) Reiseführer zur "Institution", für die er "gekämpft" hab. Ein schwuler Heroe!
Beide - Stamford und Gmünder - pflegten einen erstaunlich eigenwilligen Umgang mit (vielen ihrer) Angestellten. Im Gegensatz zu Stamfords Ex-Mitarbeitern, die sich in schwulen Publikationen verschiedentlich noch äussern konnten, hat es in Deutschland keine schwule (oder nicht-schwule) Publikation je gewagt, Gmünders Ex-Mitarbeiter oder einen der ungezählten Redakteure zu befragen bzw. öffentlich zu Wort kommen zu lassen. Bruno Gmünder und seine Unternehmungen wurden nie von irgend jemandem öffentlich kritisch hinterfragt. Um Interviews mit Ex-Gmünder-Angestellten bemühte sich brunoleaks bisher vergeblich. Die einen fürchten selbst heute noch Gmünders Rache-Anwälte. Andere winkten ab „das sind doch alte Geschichten“.
Im Gegensatz dazu sind beide - Stamford und Gmünder - permanent und lauthals - von abfällig und herabsetzend bis bösartig - über alle hergezogen, die ihnen (vermeintlich) in die Quere kamen (Konkurrenten), die sie kritisierten - Gmünder nochmal so richtig auf die Pauke hauend in seinem Abschieds-Interview in der taz, während Stamford sogar über ganze Regierungen herzog. Und alle, die ihnen Böses wollten (Mitarbeiter, Arbeitnehmervertreter, Menschenrechtsorganisationen, Kritiker) .... Dabei produzierten sich beide als Moralisten - Ex-Mao-Gmünder, der anfangs giftend über schwule Pornographen und Pornoproduzenten vom Leder zog, und Stamford als „Mr Super-Morality“, wie ihn David Roper vom Londoner EVENT Magazine nennt.
Was dem einen sein irgendwie peinliches, höchst ungern erwähntes Pornogeschäft war (Gmünder), war dem anderen sein öffentlich herausposauntes pädophiles Steckenpferd (Stamford).
Und während der eine Unternehmer, einer der zehn mächtigsten Schwulen aus Deutschland, noch in seinem Abschieds-Interview in der taz damit prahlt, dass ihm die (jungen, auf Festanstellung hoffenden) Volontäre einen geblasen haben, hat der andere (Stamford) junge Jobsuchende zu sexuellen Handlungen gedrängt (gezwungen). So also sieht das Idealbild des schwulen Unternehmers aus: Chefs, die sich an Lohnabhängigen abreagieren.
John D. Stamford, der die geniale Idee des ‘Spartacus Gay Guide’ hatte, existiert im Internet quasi nicht; einzig der mehrfach hier erwähnte Blog-Eintrag von Peter Thommen/ARCADOS, 11/2006. Wenn der Name Stamford in Zusammenhang mit dem ‘Spartacus’ dennoch auftaucht, dann nur als Fussnote. Auch Stamfords Ende wurde von der schwulen Welt nicht mehr zur Kenntnis genommen.
Weiterlesen: Shownstay kupfert seinen kompletten Wikipedia-Artikel über John D. Stamford schamlos aus brunoleaks ab. Und mehr...
Damit endet dieser 7-teilige Blog-Eintrag zunächst einmal. Wir danken ganz besonders den Informanten. Und wir danken für das unerwartet grosse Interesse. Sollten neue, zusätzliche Fakten und Informationen eintreffen, werden wir das Blog ergänzen oder um weitere Einträge bereichern.
Leserkommentare
26.07.2011 15:37 Uhr
von Thomas:
Natürlich geht schwul und links. Alles andere geht ja auch. Nur ist man weder automatisch fortschrittlich noch rückschrittlich bis verbrecherisch wenn man schwul ist oder einer anderen Minderheit angehört. Es gibt aber fortschrittliche linke Schwule, rückschrittliche konservative Schwule bis zu verbrecherischen neofaschistischen Schwulen.
@Linker_Schwuler:
"DIE LINKE ist bislang die EINZIGE Partei, die sich dem Bündnis gegen den Papstbesuch angeschlossen hat." Die DKP wird sich keinem LSVD Berlin-Brandenburg geführten Bündnis anschließen! Dazu ist uns dieser Verein gerade dort zu rechtslastig und rassistisch.
Aber auch DKP queer wird etwas gegen den Besuch von Herrn Ratzinger unternehmen.
Also nochmal, links und Schwul? Naklar geht das! Sogar richtig links und Schwul!
Liebe Grüße
Thomas
DKP queer
07.07.2011 04:41 Uhr
von Tante Magnesia:
ich weiß, Ihr habt es auch nicht leicht. Wir müssen alle mit irgendwas Geld verdienen.
Dafür, daß es in Berlin eine Straßenkreuzung gibt, an der die Rudi-Dutschke-Straße auf die Axel-Springer-Straße trifft, verzeihe ich Euch jede bisher begangene Entgleisung und auch zukünftige.
Wenn Ihr mal nicht wißt, mit was Ihr Euer Blatt füllen sollt, bildet doch einfach mal einen klischee-haften Hetero ab. Damit wir, die nicht so sind, wissen, was uns fehlt. Oder eine Blume. Aber bitte nicht ermüdente Selbstbeweihräucherung von Menschen wie BG.
Ihr seid übrigens das beste Satire-Magazin, das ich kenne.
bussi bussi
20.06.2011 12:38 Uhr
von Verlach:
19.06.2011 19:37 Uhr
von reiserobby:
19.06.2011 18:13 Uhr
von Linker_Schwuler:
Die Schwule Community ist alles andere als menschlich, sie ist brutal und Menschenverachtend. Wer nicht Jung, Hübsch, Dauergeil ist und dazu noch nen unbehaarten Knackarsch sowie mindestens 30x10 in der Hose hat - ja ich weiss, ich übertreibe - ist unten durch. Wird nicht zur Kenntnis genommen. Die Jungschwulen freuts, können sie sich doch von solventen älteren Herren aushalten lassen.
Das auch die Jungen mal älter werden und das jeder über 27 inzwischen schon als "Opa" gilt, das es Schwule gibt, die sich aufgrund ihrer miserablen Lage niemals ein Ausgehen leisten können, geschweige denn die Wixvorlagen von einem Gmünder, scheint ihm scheissegaL zu sein. Die Wixvorlagen gibts ohnehin im www viel besser und zumeist gratis.
Vielleicht mal ein wenig Geschichtsunterricht mit Herrn Gmünder:
1886 wollte die CSU Internierungslager und Zwangstersts für Schwule einführen, sie scheiterten an der - damals noch linken - SPD und dem massiven Widerstand der Schwulenbewegung.
1988 beseitigte die böse DDR-Diktatur das Parrallelstück zum westdeutschen §175 aus ihrem Strafgesetzbuch und führte ein allgemeines Schutzalter von 16 Jahren ein.
In der BRD wurden noch bis 1994 Schwule nach dem §175 rechtskräftig verurteilt.
der §175 wurde im Zuge des Einigungsvertrages 1994 - gegen den massiven Widerstand der CDU/CSU/FDP ersatzlos gestrichen.
Die schwarz-gelbe Koalition, die derzeit regiert, weigert sich beharrlich, die Opfer des §175 zu entschädigen, da dies "dem GG zu wider laufe" >> http://www.queer.de/detail.php?article_id=14228
DIE LINKE ist bislang die EINZIGE Partei, die sich dem Bündnis gegen den Papstbesuch angeschlossen hat >> http://gaylife2011.wordpress.com/2011/06/18/die-linke-wird-das-bundnis-der-papst-kommt-unterstutzen/
Das sind nur zwei Beispiele, wo es sich zeigt, das die konservativen Parteien uns am liebsten nicht mehr wahrnehmen wollen.
Noch ein kleiner Hinweis an die, die hier geschrieben haben, das die FDP ja so schwulenfreundlich wäre, wegen der Westerwelle: Als das Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft eingeführt wurde, legten CDU/CSU & FDP Verfassungsbeschwerde ein!
Ausserdem sollten Sie auch das mit dem 175er mal lesen.
Warum ich als Schwuler LINKS bin? Weil ich für Menschen- & Bürgerrechte eintrete. Weil ich dafür eintrete und Kämpfe, das die Armut in diesem reichen Land besiegt wird.
Weil mir die Rechte der Mehrheit wichtiger sind als die Weltanschauung einer Minderheit.
http://gaylife2011.wordpress.com/2011/05/17/„sexuelle-identitat“-endlich-ins-grundgesetz/
http://gaylife2011.wordpress.com/2011/05/15/cdufdp-weiterhin-stramm-rechts-gegen-schwule-lesben-migranten-etc/
19.06.2011 16:29 Uhr
von Yadgar:
"Denn schwule Hartz IV-Empfänger werden seine Produkte ganz bestimmt nicht kaufen."
Schwule Hartzer? Sowas gibt es doch gar nicht! In Hartz IV landen doch nur dumme Prolls und flachgesichtige Angestelltenspießer, die Isch-schwör-Fraktion aus Migrantistan nicht zu vergessen!
Nein, schwul sein muss man sich erst mal leisten können, Lederbars, Poppers und Ficktrips nach Gran Macabria und Pattaya sind viel zu teuer für Hartzer, die müssen dann eben doof-hetero mit Schwabbel-Uschi aus dem Plattenbau rumschieben...
@Richard Polle
"die Sonnenbrille geht nicht"
Stümpt (Modell 80er-Jahre-Loddelpilot)... aber der Bart ist geil! Yumyumyum!!! Wenn er jetzt auch noch lange Haare... aber lassen wir das!
19.06.2011 14:45 Uhr
von DiversityAndEquality:
Kurz vor der letzten Bundestagswahl ergab eine Online-Umfrage des schwul-lesbischen Online-Portals queer.de, dass eine relative Mehrheit der LeserInnen der Partei DIE LINKE ihre Stimme geben würden, knapp vor den Grünen, die ihrem Anspruch auch mal eine links orientierte Partei waren.
Ich tippe nicht auf notorisch böse, gehässige Schwule, sondern solche, die auch ein minimales Geschichtsbewusstsein mitbringen. Wenn irgend etwas bei nicht total vernebeltem Verstand "überhaupt nicht geht", dann schwul und rechts!
Wer setzt außerdem in der Gegenwart in der EU (auch bei uns) effektiv gleiche Rechte und Lebensbedingungen auch für homosexuelle Menschen durch, wenn nicht Linke - Sozialdemokraten und Sozialisten? Nachweisbar für jedes einzelne Land der EU!
19.06.2011 10:34 Uhr
von typisch:
Wie gehässig er selber ist, kapiert der Mann gar nicht. Aber Hauptsache mit dem Finger auf andere zeige - das ist typisch für ihn.
19.06.2011 02:10 Uhr
von linkerSchwuler:
18.06.2011 23:56 Uhr
von fem/me:
18.06.2011 22:05 Uhr
von Tanja Klaeft:
Vor Wowereit als Kanzler mögen wir indes hoffentlich verschont bleiben, aber nicht wegen seiner sexuellen Orientierung, sondern aufgrund der Tatsache, dass es sich bei ihm um einen inkompetenten Blender handelt, der sich, typisch links, auf das Verprassen des von anderen Leuten erwirtschafteten Gelds spezialisiert hat (obwohl das zugegebenermassen nittlerweile fast für die gesamte deutsche politische Elite gilt).
18.06.2011 20:05 Uhr
von chy:
(Dies gilt für den ein Leben beschreibenden Artikel und die enthaltene Selbstdarstellung; über dieses Leben maße ich mir ein Ufteil nicht an.)
18.06.2011 19:32 Uhr
von Richard Polle:
18.06.2011 17:47 Uhr
von Dr. rer. Nat. Harald Wenk:
Die "Statistik" des Normalismus, es ist eben bei selteren Miderheiten weniger da an Rückkopplungen, Vermittlunfgsformen, Konventionen, Gemeinsamkeiten generell.
Darunter leiden auch die "emphatischen" Linken,
unter ihrer höheren Sensibilität und "Zielscheibendasein" für öffentliche und private Verachtung.
Leidensgenossen als Zielscheibe, die zudem noch die Kärnerarbeit der relativen öffentlichen Anerkennung von Homosexuellen geleistet haben - das SPIEL mit der Scham, ihre Zurückwendung auf deren Auflöser,
die einzige Befreiungsmöglcihekit weltweit,
ist eins mit den emotionalen Feuern.
18.06.2011 15:25 Uhr
von Jürgen:
18.06.2011 15:24 Uhr
von IMarkus:
18.06.2011 14:33 Uhr
von Zyniker 2:
So ein Quatsch!!
Diese neue anti-links Propaganda kotz mich an. Merkt es denn keiner. Die Linken werden gefährlich für die Etablierten, und so geht die Hetzkampanie los. Linke sind Antisemitisch, Linke haben was gegen Schwule und Lesben, die wollen den Kommunismus und die DDR wieder, bald müssen wir alle wieder Trabbi fahren und bekommen keine Bananen mehr, usw...... Leute lasst euch doch nicht verblenden von den "Alteingesessenen, die Ihre Macht brökkeln sehen und das "dumme" Volk manipulieren wollen.
18.06.2011 14:32 Uhr
von spin:
natürlich sind auch weiterhin viele schwule, lesben und queers links, ob judith butler, zahlreiche uni-schwulenreferate oder der berliner "transgeniale csd". das hat gute gründe, denn es ist auf (soziale) gleichheits-, freiheits- und solidaritätsfroderungen zurückzuführen.
aus ähnlichen gründen setzt sich beispielsweise die linkspartei (die man in vielem kristisieren sollte) gegen die diskriminierung von homos bei der blutspende ein.
dass aber ein multimillionär zum renegaten wird, ist ebenso durchsichtig wie die tatsache, dass ein wissenschafts- und feuilletonkarrierist wie götz aly die neue linke als wiedergänger der nazis bezeichnet. der hysterische rundumschlag kommt weitgehend argumentfern daher und landet inhaltlich beim rechten flügel der cdu der 1980er.
18.06.2011 14:31 Uhr
von sapere aude:
Soso, also für mich klingt das nach dem Nachtreten eines, der selbst längst bei den Konservativen Unterschlupf gefunden hat, die ihn für widernatürlich und ekelhaft halten (oder zumindest hielten).
Was sich hier herauslesen lässt ist: "Die Linken sind ja toll, wenn sie für die Rechte der Schwulen kämpfen, aber sonst sind sie mir einfach zu anstrengend!"
Dann aber ist man und war man nie links, man hat sich nur mit der linken Szene gemein gemacht, weil man dieselben Ziele hat - dagegen ist nichts einzuwenden, man sollte es nur auch so kommunizieren.
Leute, die sich für links halten, weil sie schon mal auf einer Mai-Kundgebung des DGB waren und dann weiter ihr Kreuz bei CDU und FDP machten, haben wir in diesem Lande wahrlich genug - die schreiben sogar schon Bücher darüber, hab ich gehört.
Entweder man lebt damit, sich rechtfertigen können zu müssen, oder man gesellt sich zu den führertreuen. Punkt.
18.06.2011 14:06 Uhr
von anonym.us:
Dass das linke Spektrum aber irgendwie sehr selten auf antihomoseuelle Taten und Gedankengute kritisch eingeht ist leider sehr wahr. Und das Deutschland noch zu ressentimentär wäre für eine/n schwulen oder lesbischen Kanzler/in ebenfalls.
Der letzte große Erfolg der Homosexuellenbewegung war die Abschaffung der Todesstrafe (für jeden) und des §175 StGb. Ansonsten hat aber auch die Homosexuellenbewegung vor allem eins gemacht: viel Party.
Ich habe schon eine Menge Schwule kennengelernt (als Schwuler), aber davon waren die meisten schlicht apolitisch. Man kann das Ignorieren der Homosexuellen-Belange seitens der Politischen Klasse nicht nur dieser anlasten, weil die Homosexuellen ihrerseits auch nicht gerade mit politischem Aktivismus brilieren, was ich selbst bissi schade finde.
Andererseits muss man aber auch verstehen, dass Homosexuelle niemals zur gesellschaftlichen Normalität zählen werden, sondern immer einen herausgehobenen Status haben werden - eben que(e)r zur Gesellschaft stehen. Und das ist auch gut so! Nur ist de Bewegung im Moment vom ganzen Partymachen und Lebenspartnerschaften eintragen vielleicht etwas müde.
18.06.2011 13:47 Uhr
von Doro:
Dieser (Zitat) "kokettierende" - aber leider auch extrem verleugnende bzw. verHERRlichende - Umgang mit diesen Straftaten (!!) hat auch dazu beigetragen, das Leid der Betroffenen so, so viele Jahre zu verlängern, ihr Schweigen zu zementieren und die gesellschaftliche Wahrnehmung von sexualisierter Gewalt an Kindern zu untergraben.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich auch die taz und weitere damals "kokettierende" Akteur_innen (u.a. der GRÜNEN-Politiker Volker Beck) heute selbstkritisch mit ihrer (damaligen?) Haltung auseinandersetzen und sich damit HEUTE eindeutig positionieren würden. Nämlich nicht mehr auf der Seite der Straftäter_innen.
18.06.2011 13:11 Uhr
von MarcStefan:
Mein Leben wurde viel später erst mit der nach 1990 aufkommenden Debatte zur Einführung des Lebenspartnerschaftsinstitutes geprägt und natürlich von der massiven Veränderung der Community durch die Neuen Medien und das Internet.
Das Bruno Gmünder nunmehr verkauft, liegt wohl daran, das die Medienlandschaft seit den letzten zehn Jahren mit dem Internet in einem massiven Umbruch sich befindet, das starken Einfluss auf homosexuelle Menschen und deren Lese/Kommunikations- und Datingverhalten hat.
Was die Kritik von Bruno Gmünder an den Linken angeht, kann ich die 1970er und dem Aufbau der LGBT-Szene nicht beurteilen; das ist für mich bereits deutsche Geschichte und als Student der 1990er durfte ich vielmehr die Vorteile der bereits aufgebauten Szene in Deutschland nutzen.
Mich interessiert daher diese Debatte um die Linken viel weniger, da es für mich Geschichtsdebatten sind. Da interessiert mich vielmehr die heutige Debatte um die Eheöffnung, die massiv von den Grünen, den Sozialdemokraten und den Liberalen in Deutschland geprägt wird und kaum von der Linkspartei bisher mit offen homosexuellen Kandidaten auf Bundesebene gestaltet wurde.
Es fällt mir sowieso immer wieder auf, das ältere Aktivisten viel mehr sich mit den Linken auseinandersetzen als die jüngere Generation der homosexuellen Aktivisten, die sich doch mehr bei den Grünen, Sozialdemokraten und Liberalen wiederfindet.
Vielleicht hat das damit zu schaffen, das die Linken zu Wendezeiten mehr mit der SED von meiner jüngeren Generation negativ wahrgenommen wurden und nicht von den geistigen Kämpfen der westlichen Linken in den 1970er geprägt wurde.
Meine Generation der Mitte/Ende 30er wird von ganz anderen im Verhältnis leichteren Schwierigkeiten geprägt. Die Vorteile der Szene zu nutzen, bin ich seit jungen Jahren als Student gewohnt. Auffallend ist aber das mit dem Internet die Szene sich verändert hat, da ich durchaus noch einige Jahre vor dem Aufkommen des Internets die Szene kennenlernen durfte.
Eigentlich müßten hierzu einmal soziologische Studien gemacht werden, wie das Internet und die Neuen Medien die homosexuelle Szene massiv zum Guten und zum Schlechten verändert haben. Und diese Veränderung dürfte auch Bruno Gmünders Unternehmen und sein Leben der letzten Jahre stark beeinflusst haben.
18.06.2011 12:25 Uhr
von Paula:
18.06.2011 12:03 Uhr
von Nico:
Und: Ist mir doch egal, ob unser Kanzler schwul ist oder nicht?! Er sollte n guten Job machen und nicht so schmierig wie Westerwelle sein, wobei das kaum etwas damit zu tun haben dürfte dass er homosexuell ist.
18.06.2011 11:44 Uhr
von nice.guy.eddie:
"In wesentlichen Punkten haben sie die Schwulen im Stich gelassen"
Die schwule Community sei sehr menschlich, "nicht so wie bei den Linken, verzehrend, brutal und gehässig."
Was soll das heißen, geht es auch etwas expliziter? Von welcher "Linken" ist den hier die rede.
"Ich finde den Artikel einfach nur kraftlos, voreingenommen und in wesentlichen Punkten ohne Aussage."
18.06.2011 11:05 Uhr
von G. Hänge-Gülden:
18.06.2011 10:38 Uhr
von Paria:
"Wir hatten Sex zur Begrüßung, zum Abschied und dazwischen auch."
Wenn's ihm natürlich nur darum geht, könnte ich ihm auch ein Gewerbe empfehlen...
18.06.2011 09:49 Uhr
von Auch Schwul:
Ich halte es für eine absurde Idee, dass Sie Herrn Gmünder soviel Aufmerksamkeit schenkt. Wer hatten deenn diese Idee? Euer Berufsschwuler JF?
B. Gmünder und sein Verlag sind für die schwule Bewegung der Jetzt-Zeit aber sowas von irrelevant. Auch bereits als ich vor 25 Jahren mein Coming Out hatte, habe ich um Bücher von Bruno Gmünder einen Bogen gemacht: Die Titel in der Regel: Schmierig, niveaulos und schwule Klischees bedienend. Daran hat sich nichts geändert. Warum soll ich mir Aussagen von diesem Geschäftsmann anhören?
Allein Schon seine Aussagen in Eurem Artikel sind oberflächlich und stereotyp "Wir hatten Sex zur Begrüßung ..." (Gähn!!), Wowereit wird nie Kanzler (Oh Gott). Das Interview werde ich mir echtn nicht durchlsen.
Naja und die Taz:
Als Schwuler weiss ich das natürlich alles - Als Nichtschwuler könnte ich denken, dieser Mann und sein schmieriger Verlag wären irgendwie repräsentativ. Das ist aber nicht so. Es wäre Eure journalistische Pflicht, das für die Leser auch so korrekt einzuordnen.
18.06.2011 09:39 Uhr
von alabasta:
18.06.2011 09:08 Uhr
von Tortes:
Ich habe sie eher als arrogant, eingebildet, oberflächlich, nur auf Oberflächlichkeiten bedacht erlebt. Ich habe mich dann in meinen besten Jugendjahren wieder von ihr abgewendet, so viel Verlogenheit, das ging einfach nicht !
Was politisch links anbetrifft, ich bin homosexuell und links, und ich kann das bestens miteinander vereinbaren !
Das Problem Gmünders scheint wohl eher die Offenheit vieler Linker zu sein, offen zu sagen, was sie denken.
Ein absolutes "No Go", die auf Scheinheiligkeit bedachte Gaycomunity kann so etwas überhaupt nicht haben.
18.06.2011 08:41 Uhr
von docvonstock:
Wenn man bedenkt, dass Männer im KZ gesessen haben und dort misshandelt und getötet worden sind, weil sie homosexuell waren, dann sollte man erwarten, dass diese "Community" eigentlich den menschlichen Umgang miteinander auf ihrem Banner festgeschrieben haben müssten. Aber keine Gemeinschaft betreibt solch eine Selektion und Diskriminierung wie die schwule Community. Alte und Arme sind praktisch lebensunwert, weil sie nicht den ästhetischen Ansprüchen eines immer jungen Dorian Gray genügen. Lediglich als Sponsoren für jugendliche Lover werden sie geduldet und mitleidig belächelt. Kein Wunder, dass als Todesursache die Alkoholkrankheit an 2. Stelle steht.
Der Herr Gmünder gehört, wie so andere Edeltunten, zu einer wohlhabenden Kaste, die in sich abgeschlossen ist. Das ist sein gutes Recht. Nur stünde es ihm dann auch an, wenn er seine eng beschränkte Weltsicht für sich behalten würde, anstatt über Dinge zu bramarbasieren, von denen er jedenfalls keine Ahnung hat. Der Herr bestätigt lediglich die negativen Klischees über Schwule. Repräsentativ ist er nicht - das glaubt er wohl nur selbst.
Denn schwule Hartz IV-Empfänger werden seine Produkte ganz bestimmt nicht kaufen.