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Donnerstag, 31. März 2011

Bruno Gmünder: "Unsere Verantwortung als schwule Männer... haben wir Bareback-Filme immer abgelehnt"


aus BUDDY 110 / 2008
Diese Doppelseite ist nachzuschlagen in MÄNNER 1/2005, auf den Seiten 80/81. Unter der schlüpfrigen Headline "Allerbeste Sahne" wird für die "Pornoschmiede aus Russland", Dolphin Entertainment, grosszügig Reklame gemacht: "Sichtbar zielstrebig haben sie die Qualität ihrer Pornodarbietungen vorangebracht. Wer sich einen Spitzenplatz unter den osteuropäischen Produzenten erobern will, muss schon mehr bieten, als ein paar nette archaische Burschen, die Ständer oder Loch hinhalten."

Und in der Tat bot Dolphin Entertainment mehr. Nämlich jede Menge Bareback-Gerammel. Zunächst indem man die fehlenden Kondome auf dem Video-Cover verschwieg. Auf Dolphin-Webseiten konnte - wer wollte - jedoch Reizworte wie awesome bareback oder condoms are absent in some scenes finden. Die Redaktion von MÄNNER, der Bruno Gmünder Verlag und die bruno's haben da lieber nicht so genau hingeschaut, in seinen Sexshops lagen noch 2008 haufenweis Dolphin-Pornos in den Regalen (vgl. BUDDY 110/2008), wie etwa "Young Cummers". Möglicherweise war das Pornolabel Dolphin auch im Bruno Gmünder EH-Vertrieb.


Irgendwann verlor dann auch Dolphin-Entertainment die diskrete Zurückhaltung, siehe "Bareback Bubblebutt". Und während sich Bruno Gmünder immerdar als einer der Aids-Hilfe-Gründer, als würdiger Vertreter auf Aids-Konferenzen, Verteiler von Gratis-Informationsmaterial und grosszügiger Spendenonkel für Aids-Projekte in Szene setzte.... vermarktete, verkaufte und vermietete er munter Bareback-Filme à la Dolphin-Entertainment.

Übrigens dürfte der Artikel "Allerbeste Sahne" nicht ganz uneigennützig in MÄNNER erschienen sein. Abgesehen von den kostenlosen Sahne-Bildern, bedankte sich Dolphin mit einigen 1/2-seitigen Anzeigen. Unter anderem in den Ausgaben 1/2005, Seite 105, 8/2005, Seite 37... Man darf nicht vergessen, dass der Bruno Gmünder Verlag ein kommerzielles Unternehmen ist, das KOMMERZ (hier: Umsatzsteigerung, Gewinnmaximierung, Expansion usw.) immer riesengross geschrieben hat, was in unseren nächsten Einträgen noch (leicht) zu beweisen ist...

Mehr über Brunos ausgeprägtes Bareback-Bewusstsein:
http://brunoleaks.blogspot.com/2011/03/uber-das-geschaft-mit-schwulen-bareback.html
http://brunoleaks.blogspot.com/2011/03/bareback-ist-die-propagierung-unsafen.html

Sonntag, 6. März 2011

"Bareback ist die Propagierung unsafen Verhaltens"... und wurde bis 2008 in bruno's Sortiment angeboten.

6. August 2008

Lieber Jens Reimer,

Vielen Dank für Deine Mail mit dem Foto Deines Heuchelei-Artikels. Seit 1982, also fast von Beginn meiner verlegerischen Tätigkeit begleitet mich die Seuche Aids und jeder, sowohl Du, Deine Leser und alle anderen schwulen Männer mussten ihre Antwort auf Aids finden. Meine Antwort war  u.a. die Mitbegründung der Deutschen Aids-Hilfe, ab 85 die Propagierung des Vernünftigen: Safer Sex – wissend, dass es Lebenssituationen gibt, in denen sich das individuell nicht immer umsetzen lässt -  und in allen unseren eigenen Produkten das Bestreben, schwulen Jungs & Männern ein Handwerkszeug in die Hand zu geben, die Krise zu meistern.
Das Aufkommen von Bareback Ende der 90er ist sicherlich auch damit zu erklären, dass einige darauf setzen, dass es schwule Männer gibt, die des Gummis überdrüssig sind – zumindest etwas Unlimiertes sehen wollen. Und sicherlich hängt es auch damit zusammen, dass die Überlebensmöglichkeiten seit 1997 drastisch gestiegen sind. Bareback ist nicht Sex ohne Gummi, Bareback ist die Propagierung  unsafen Verhaltens. Wenn Dich diese meine persönliche Meinung an “Pfaffen” oder gar “Heilige” erinnert, mag das Deinem religiösen Hintergrund geschuldet sein. Ich bin nicht religiös. Ein Heiliger gewiss sowieso nicht. Jeder hat das Recht, das auch anders zu beurteilen und anders zu handeln. Ich versuche meinen, wenn auch geringen, Einfluss in der weise geltend zu machen,  dass Gefahrenszenarien reduziert sind. Sicher im Sinne von SAFE ist das nicht, aber das ist zumindest das, was wir pragmatisch beim täglichen Sex machen können, um uns zu schützen.

Gerne lasse ich überprüfen, ob die auf den Fotos abgebildeten Titel nicht unseren Regeln für die Sortimentsaufnahme entsprechen. Bei zur Zeit 9.331 DVDs in unserer Filiale am Nollendorfplatz ist es sicherlich für meine Mitarbeiter nicht ganz einfach, jeden einzelnen Titel genau zu prüfen.

Hinsichtlich BUDDY hat sich unsere Einkaufspolitik letzten Herbst geändert. Wir hatten den Eindruck, dass da nur noch Bareback propagiert wird und haben es deshalb abbestellt.

Wie Du und mit welcher Konsequenz Du auf Aids und Bareback reagierst, wird mir aus dem Artikel nicht ersichtlich. Das würde mich allerdings interessieren. Als Zeitschriftenmacher stehst Du weit länger in der Verantwortung als ich. Vielleicht kann ich da was von Dir lernen.  Aber vielleicht habe ich einfach nicht nur meinen Lebenspartner, sondern insgesamt zuviel schwule Männer wegen Aids verloren, um die Unbefangenheit von BUDDY nachvollziehen zu können.

Beste Grüsse

Bruno 

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11. August 2008

Guten Tag, Herr Gmünder:

Ihre Mail rührt ans Herz. Sie liest sich so einsichtsvoll und selbstlos, fast möchte man sagen huldreich - irgendwie edel. Ganz so, wie Ihr Image - oder sollte ich sagen, Ihre vielfältigen schillernden Images - in der Community.

Es erstaunt mich schon seit Zeiten, wieviel Lob man allüberall über Sie lesen muss, und wo immer man hintappt diese noble Aidshilfemitbegründer-Arie... ein bedeutender Verleger, ein Idealist, ein guter Mensch. Wo man in Schwulenkreisen doch so ganz anders über Sie spricht. (Kennen wir ja, diese elende Neid-Bagage, gell?) Stimmt es, dass reihenweis alle vor dem berühmten Bruno Gmünder einknicken? Macht Ihr umsatzstarkes Imperium sprachlos? Ist es wahr, dass Sie es verhindern konnten, dass all die von Ihnen Gefeuerten und Davongelaufenen einen Verein gründen? Geben Sie tatsächlich so viel Geld für Anwälte aus?

Ein 68seitiges Spasspornoheft, das (als Konzept) u.a. schwul-satirische Seiten beinhaltet, Permanentpropaganda gegen die katholische Kirche betreibt, schamlos durch die Medien schwuchtelnde „Homo-Promis" anprangert, aber auch immer Hinweise auf Kondome, Aids und die Folgen enthält... und in dem auf mal 6, mal 7 oder 9 Seiten (auch) Bareback-Filme vorgestellt werden (eindeutig als solche gekennzeichnet)... also ein solches Spasspornoheft als Bare-Titel zu bezeichnen und nun sogar - noch unverfrorener hinterhertretend - „nur noch Bareback propagiert" zu attestieren, ist gelinde gesagt bescheuert. Pardon, nein, das nehme ich zurück und formuliere brunomässig gefälliger.... Ist eine zwar elegante, aber doch ziemlich billige Ablenkung von Ihren Geschäftspraktiken.


Wie sahen diese denn bis dato aus? Während Sie (Ihre Leute?) einige Pornoproduzenten, die u.a. auch Bareback-Filme produzieren, rigoros aus dem Hause gefeuert haben (im wahrsten Sinne des Wortes), ist Ihr riesiger DVD-Verleih-Bestand (und das weissgott nicht nur am Nollendorfplatz) eine wahre Bareback-Fundgrube. Schöner noch, dort machen Sie ausgerechnet mit Titeln jener vorerwähnten gefeuerten Produktionen gute Geschäfte. Schliesslich haben Sie den Produzenten jeden dieser Titel nur einmal abgekauft.

Und Ihre hübsch dekorierten Berlin-Privat-Prick-Sonderverkaufstische? Was führen diese gummilos agierenden (zumeist) Pornodarsteller dem Zuschauer denn Ihrer Meinung nach vor? Propagierung von Verpartnerung? Wird dem Betrachter dieser Filme eine irgendwie andere Art von Kopulation vorgeführt, als in Filmen, in denen es Nicht-Lebenspartner miteinander treiben?

Mindestens 60 % Ihrer Ladenflächen quellen über von Hardcore. Also machen Sie damit ordentlich Geschäft. Trotzdem kennt sich keiner so richtig aus. Mangelt es an pornographischem Fachpersonal? Ein Heft, das auf + / - 10 % seines Inhalts „nur noch unsafes Verhalten propagiert" wird als gefährliches Propagandamaterial aus dem Sortiment gekippt, während - nicht etwa irgendwo versteckt - in zwei Bruno’s-Regalreihen ein Rentboy-Film neben dem anderen steht... auf den Covers rinnt den Modellen das Sperma nur so über’s Gesicht. Da blättern Sie mehr oder weniger regelmässig alle 68 BUDDY-Seiten (welche Ehre) von vorn bis hinten durch („hatten den Eindruck, dass da nur noch Bareback propagiert wird"), kneifen aber beim Rundgang durch Ihre DVD-Reiche die Augen zu? Einen Kommentar erspare ich Ihnen... und mir eine Klage wg. Beleidigung.

Apropos 9.331 DVDs: Eine ganze Bruno’s-Regalwand strotzt voll von Cadinot-Titeln. Ihr Lebtag sind Sie da noch nicht vorbeigekommen? Sie betätigen sich doch seit über 20 Jahren als Herausgeber von Schwulenmagazinen, und da Sie haben noch nie etwas von den jahrelangen Auseinandersetzungen über Cadinots gummilose Produktionen läuten hören? Als was bezeichnen Sie denn Ihr Cadinot-Angebot? Als historische Lehrfilme, wie man’s nicht mehr machen soll?
Angesichts Ihrer Einleitung verwundert es nicht, dass Sie versuchen - im Umkehrschluss - mit dem Finger auf mich zeigen. Zur Klarstellung: Mein Artikel befasst sich mit Ihnen, mit dem berühmten schwulen Verleger, Sexshopbetreiber, Pornovertreiber, Pornoproduktionsbeteiligten und Aidshilfemitbegründer Bruno Gmünder (samenhafte 111.000 Google-Seiten-Ergebnisse). Und nicht mit mir. Mit mir können sich andere beschäftigen.

Jens M. A. Reimer

PS. Ich bitte um Verständnis, aber es gibt einige Gründe, warum ich ganz und gar nicht Ihr „Lieber Jens Reimer" sein möchte. Insofern möge es denn auch mit dieser Mail sein Bewenden haben.
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5. August 2008

Lieber Jens Reimer,

haben Sie herzlichen Dank für die Zusendung Ihres Artikels" Bruno’s Big Bareback-Heuchelei".
Sie berichten in Ihrem Artikel über die Berlin Privat Serie unsere Labels Prick und über die Zusammenarbeit von Cazzo Film und dem Bruno Gmünder Verlag.
Seit Juli 2007 ist der Bruno Gmünder Verlag Mitgesellschafter bei Cazzo Film. Der Verlag hat in dieser Zusammenarbeit die Aufgabe des Vertriebs, des Marketings und der Öffentlichkeitsarbeit übernommen.

Cazzo Film profitiert in einem schwierigen Marktumfeld von dieser engen Zusammenarbeit mit einem starken und zuverlässigen Partner.

Die „Berlin Privat Serie" haben wir mit der Veröffentlichung von „Berlin Privat 8", ein Film in dem übrigens geil mit Gummi gevögelt wird, eingestellt. Die Berlin Privat Filme sind als Pornos mit Männern, die in einer Paarbeziehung leben, entstanden, manche dieser Paare treiben es tatsächlich ohne Gummi, manche machen es nur mit Kondom.

Die Entscheidung in „Berlin Privat 8" auf Kondome beim Analverkehr auch bei Paaren zu bestehen, die in ihrem Privatleben ohne Kondom Sex haben, geht unteranderem auf eine intensive Diskussion mit unserem Vertriebspartner, dem Bruno Gmünder Verlag, zurück.

Sex in Cazzo Filmen ist seit über elf Jahren in der Regel Safer Sex. Mit vielen unserer Darsteller verbinden uns lange und intensive Arbeitsbeziehungen und Freundschaften. Wir wollen unseren Darstellern und Mitarbeitern eine sicher Arbeitsatmosphäre bieten. Für uns gehört ein Kondom auf den Schwanz eines Pornodarstellers wie der Schutzhelm auf den Kopf eines Bauarbeiters. Es ist ein simpler Arbeitsschutz in der Sexindustrie. Cazzo Film wird auch in den nächsten Produktionen nicht darauf verzichten.

Mit besten Grüßen / best regards
Lars Reimers
Cazzo Film GmbH & Co KG
Gneisenaustr. 94
10961 Berlin

GERMANY Persönlich haftender Gesellschafter: Cazzo Film Verwaltungs GmbH
Geschäftsführer: Jörg A. Polzer, Michael Taubenheim
Handelsregistereintrag Berlin Charlottenburg HRA 107835 B
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5. August 2008

Lieber Lars Reimer,

das ändert nichts an der Tatsache, dass kondomlose Berlin-Privat-Filme zuhauf - in Haufen - in Bruno’s Läden angeboten werden. Im übrigen richtet sich der Artikel nicht gegen Cazzo.

Mit Gruss
Jens M. A. Reimer
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7. August 2008

Lieber Jens

Immer noch aus der Ferne ... habe ich deine Mail gelesen. Hierzu nur noch als Ergänzung zu „Bruno’s Heuchelei": Schau dir mal die letzten beiden Titel von Kristen Björn an. Auch dort werden je eine Bareback Szene mit der Ausrede des „real-life couples" verkauft.

Wir haben BG darauf angesprochen, da diese ja unsere BB Filme meiden wie der Teufel das Weihwasser, aber die entsprechende Antwort kannst du dir ja vorstellen. Das sei was völlig anderes.

Na ja, all die Pharisäer, die gegen BB Filme wettern - Falcon, ChiChiLR, BelAmi etc. - produzieren mittlerweile Filme, wo locker in den Mund abgespritzt wird und verkaufen das dann in allem Ernst als Safe-Produktionen.......

Liebe Grüsse...
(der Autor ist dem Archivar bekannt)

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6. August 2008

Hallo Herr Reimer,

Ich habe mit sehr großem Interesse Ihren Artikel über den Gmünder Verlag gelesen. Sie sprechen mir aus ganzem Herzen. Auch wir waren und sind Angriffspunkte für Herrn Gmünder. Das Geschrei aus diesem Haus kann sowie keiner mehr verstehen, da es heuchlerisch ist.

Mit besten Grüßen
(der Autor ist dem Archivar bekannt)

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6. August 2008

hallo ....

ich sage nur: KULT! aber wirklich neues steht ja nicht unbedingt in dem artikel oder?
wie man aus der homo-history weiß, wird nicht viel passieren. madame wird zunächst auf unterlassung klagen (siehe den zitierten du&ich-vorfall), dann den autor nach guantamo verbringen lassen und die fotografen, veröffentlicher, die hersteller der kamera, die putzkräfte in allen brunos-läden, die waldarbeiter, die das holz für das papier geschlagen haben, auf dem buddys gedruckt wird, entlassen, verklagen (rufmord, beleidigung, geschäftsschädigung), bedrohen und beschimpfen. je nach schwere des deliktes.

und dazwischen immer wieder krächzen: „es werden köpfe rollen".

wir werden es ja sehen.

herzliche grüße
(der Autor ist dem Archivar bekannt)

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Guten Tag Herr Reimer,
... Ich habe .... den Artikel laut vorgelesen und wir haben uns köstlich amüsiert.
Aber auch jenseits des Amüsements entsprechen die teils drastisch formulierten Aussagen m. E. den Tatsachen.
 Ganz empfindlich wird Herr G. auf den Namen von Maltzahn reagieren, der wie eine Ikone im Verlag verehrt wird. Das wird ihn persönlich treffen.
Ich weiß nicht, ob das riesengroße Portraits von Christian von Maltzahn noch im Eingangsbereich hängt, was ich immer als pietätslos empfand.
Ich kann gar nicht glauben, dass er all diese Label der Boutique führt, die ja eindeutig bareback sind. Gerade SEVP waren die allerersten, die sich mit bareback au den Markt getraut hatten ... 
Ich werde diese nächsten Tage auch einen Kontrollbesuch dort machen, um es mit eigenen Augen zu sehen.
   
.... 
Mit herzlichen Grüßen
(der Autor ist dem Archivar bekannt)
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5. August 2008

Vielen Dank, wir hatten den Artikel schon entdeckt.

Nach unseren Erfahrungen ist es nicht sehr aussichtsreich, Auseinandersetzungen mit Bruno zu führen, da er in aller Regel genau das tut, wozu er gerade Lust hat, egal, was andere dazu sagen ...

Schöne Grüße
(der Autor ist dem Archivar bekannt)
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6. August 2008

Lieber Herr Reimer,

also wenn heute keine Atombombe mehr fällt dann weiß ich auch nicht...

Werden die Krieger müde?

Wie Sie richtig bemerkten: Was für Heuchler!

Ihr
(der Autor ist dem Archivar bekannt)

Samstag, 5. März 2011

Über das Geschäft mit schwulen Bareback-Pornos - und die Rolle Bruno Gmünders, Mitbegründer der Deutschen AIDS-Hilfe.


In dem schwulen Magazin DU & ICH EXTRA Nr. 21, Ausgabe August/September 2006, erschien auf den Seiten 38 bis 43 ein Beitrag über die hemmungslose Produktion und Vermarktung schwuler Bareback-Pornos in Prag.

Auf Seite 41 dieses Beitrags ("Welcome to Bareback City") stand u.a. auch dieser Satz:

"...Umschlagplatz für den Bareback-Markt ist Amsterdam. Firmen wie ... Bruno Gmünder ... kaufen das Material aus Osteuropa und vermarkten es."

Mit "Diese Behauptung ist falsch" beginnt eine 56-zeilige "Richtigstellung" der Herren Bruno Gmünder und Michael Taubenheim, Geschäftsführer der "Bruno Gmünder Media", die DU & ICH auf Seite 33 der Ausgabe 09/2006 abdruckte.


Darin heisst es u.a.: "Richtig ist, dass die Bruno Gmünder Media-Firmen (Verlag und Bruno's) solche Filme nicht einkaufen und ebenso keine Vermarktung von so genannten Bareback-Filmen betreiben... [das] widerspricht unserer Verantwortung als schwule Männer für uns selbst, unsere Partner und unsere Community... haben wir Bareback-Filme immer abgelehnt... Bareback ist Spaß ohne Rücksicht auf den Partner und Verluste, Bareback ist Lust ohne Zukunft,  Sex ohne Verantwortung..."

Die "Richtigstellung" endet im bekannten gmünderschen Drama-Tremolo: "Unser Verlagsmitbegründer Christian von Maltzahn starb 1997 infolge von AIDS. Wenn er die Wahl hatte, entschied er sich für Verantwortung statt Risiko. Und dennoch hat ihn die Todeswelle mitgerissen..."

Anschliessend entschuldigt sich DU & ICH Chefredakteur Dirk Ludigs. Diese Passage sei im Urtext gestrichen worden, aber während des Produktionsprozesses sei die falsche, ursprüngliche Textversion in Druck geraten.

Die DU & ICH Redaktion: "Der hierdurch erweckte Eindruck, die Gmünder Firmen handelten mit Bareback-Videos bzw. produzierten solche Filme, ist falsch. Die Gmünder-Firmen produzieren keine Bareback-Videos. Ebenso wenig vermarkten sie solche Filme."

Tatsächlich jedoch hatten die beschwörenden Bareback-Distanzierungen der Herren Bruno Gmünder und Michael Taubenheim mit der Realität wenig zu tun, wie Recherchen des schwulen Magazins BUDDY im Frühjahr 2008 in bruno's Sex-Shop-Kette ergaben:

Auf Seite 3 des Magazins BUDDY Nr. 110 widerlegt Chefredakteur Jens M.A. Reimer anhand aktueller Fotos von bruno's Pornoregalen am Berliner Nollendorfplatz das ganze Geschwafel von Empörung, Unschuld und Sorge um die Community der beiden Safer-Sex-Heiligen. Weiteres Fotomaterial läge aus bruno's-Filialien Hamburg und München vor.

Über einen weiteren Bareback-Beitrag der Herren Gmünder und Taubenheim heisst es: "In besonders bizarrem Licht erscheint die Moral des Herrn Gmünder (Mitbegründer der Deutschen AIDS Hilfe e.V. !!!), seit er sich 2007 in die Porno-Produktion CAZZO eingekauft hat, in deren Serie "Berlin Privat" zum Gotterbarmen bareback gevögelt wird. Im Haus Gmünder heissen diese unsafen Fickvorführungen Soft-Bareback (= privat fickende Paare). Welch schamlose Sprachverwirrung..."

Stellungnahmen zu der BUDDY-Enthüllung und Fortsetzung dieses Eintrags am Mittwoch 6. März 2011, hier > "Bareback ist die Propagierung unsafen Verhaltens"... und wurde bis 2008 in bruno's Sortiment angeboten.