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Mittwoch, 25. April 2012

siegessäule, queernews.at, schwulissimo, queer.de, Männer, taz ... schwule Blogs ... über Bareback Gay Porn im Hause Bruno Gmünder


Tino Henn, Bundesvorstand Deutsche Aids-Hilfe, frischgebackener Bareback-Porno-Verkäufer

Die Community ist supi. Die Szene supi-supi. Beck, Kerkeling, Lagerfeld & Co. sind supi. Schwule Filme und Bücher sind supi. Bruno Gmünder Bücher sind grundsätzlich supi-supi. Homo-Ehe-Gegner sind mies. Homo-Paar-Adoptions-Gegner fies. KZ-Wiedergutmachungs-gegner fies-fies. Hasssänger, Homohetzer und all die kleinen und grossen Homophoben - alles Dreckskerle ...

In schwulen Medien, Blogs usw. ist die Welt fein säuberlich geteilt. In Weiss und Schwarz. Auf den schwulen Seiten herrscht - über Schwule und alles Schwule - eitel Sonnenschein. Auf der hetero-hinterfotzigen Seite gibts schaufelweis ähbäh, igitt, pfuideifi.

Nur drei Schwule fallen mir ein, die nicht alles Schwule ausnahmslos himmlisch finden: Elmar Kraushaar (hin und wieder), Ralf König (neuerdings), das Blog schwulundsatirisch (regelmässig).

Der Rest ist Freude, Vögeln, Eierkuchen.

http://schwulundsatirisch.blogspot.de/2012/04/hurra-die-kunden-des-bruno-gmunder.html

Am Donnerstag, den 19. April, bekamen wir jene Hausmitteilung "Thema Bareback-Pornos - Stellungnahme von Tino Henn, Vorsitzender Geschäftsführer der bruno Gmünder Mediengruppe und Verleger der Zeitschrift Männer" zugesteckt und veröffentlichten sie unter der Headline "Das Erbe des Bruno Gmünder ..."

Wir baten einen Freund um Mithilfe. Am 21. und 22. April schickte der den Link von "Das Erbe des Bruno Gmünder..." an rund 140 Mailboxen: Schwule Redaktionen, Aids-Hilfen, schwule Buchläden, Handelsfirmen, Vereine, ein paar bekannte schwule Namen ...

Hatten sich die Zugriffszahlen auf brunoleaks (da hier über lange Zeit wenig Neues eingestellt wurde) auf 40 bis 50 täglich eingependelt, schnellten sie zwischen dem 21.und 24. April sprunghaft auf 400 bis (Gipfel) 552 Zugriffe täglich hinauf.

Kommentare = 0
Reaktionen in schwulen Internetkreisen = 0

Dass es dem Pornohändler Bruno Gmünder Verlag die Sprache verschlägt, ist verständlich.

Dass sich das grösste schwule Nachrichten- und Bruno-Gmünder-Lobpreisungs-Portal Queer.de zu kritischen Dingen in Schwulenkreisen grundsätzlich wegduckt, gilt dort als journalistische Sorgfaltspflicht - oder so.

Googelt man heute, 5 Tage nach Bekanntmachung der Tino-Henn-Porno-Mitteilung, die Wortkombinationen "Tino Henn Bareback Porno" oder "Bruno Gmünder Bareback Porno" erscheinen ausschliesslich Ergebnisse von schwulundsatirisch und brunoleaks.

Donnerstag, 19. April 2012

Das Erbe des Bruno Gmünder: 25 Jahre Kampf gegen Bareback-Sex sind genug. Tino Henn will endlich bei Bareback-Pornos mit absahnen.


"Man muss erkennen, wie die Suppe langsam aus dem Mund und aus dem Arsch herausläuft. Dann ist es richtig geil und es gibt die Kohle. Die Leute lieben das!" Mit dieser Aussage eines "bedeutenden russischen Produzenten für Gay-Vollerotik" beginnt der Beitrag "Welcome to Bareback City" im  schwulen Magazin DU & ICH EXTRA Nr. 21, Ausgabe August/September 2006, Seiten 38 bis 43.

Ein Beitrag über den gewissenlosen Einsatz osteuropäischer Jungen für die Produktion schwuler Bareback-Pornos. Thema: Für Peanuts vögeln Jugendliche um ihr Leben.

U.a. steht in dem Artikel diese Zeile: "... Firmen wie ... Bruno Gmünder ... kaufen das Material aus Osteuropa und vermarkten es ... "

Auf einer ganzen Gegendarstellungs-Seite wehrt sich und widerspricht Verleger Bruno Gmünder: "... [das] widerspricht unserer Verantwortung als schwule Männer für uns selbst, unsere Partner und unsere Community... haben wir Bareback-Filme immer abgelehnt... Bareback ist Spaß ohne Rücksicht auf den Partner und Verluste, Bareback ist Lust ohne Zukunft,  Sex ohne Verantwortung..." 

Gmünder, dessen Lebenspartner 1997 nach schwerem Kampf an Aids verstarb, hatte sich seit 1983, als er die "Deutsche A.I.D.S.-Hilfe e.V." mit begründete, gegen kondomlosen Sex engagiert. Dieses Engagement war, wie mehrfach in diesem Blog nachgewiesen, zwiespältig.

U.a. feuerte er - in bekannt gmünderscher Gutsherrenart - Pornoproduzenten aus seinem Laden und liess Anlieferungen schwuler Magazine, in denen u.a. zwei/drei Bareback-Filme vorgestellt wurden - kommentarlos und ohne Vorwarnung auf Kosten der Lieferanten zurückgehen ... während gleichzeitig - sowohl im Handelsprogramm wie auch in seinen Läden - weiter Bareback-Pornos feilgeboten wurden.

Ich weiss nicht, wieviele Pornodarsteller und - darstellerinnen wegen Aids sehr früh ihr Leben liessen. Es waren viele. Sehr viele. Und immer noch infizieren sich Sexfilmdarsteller mit HIV. Denn das Bareback-Porno-Geschäft brummt. Nicht nur im schwulen Bereich werden weltweit Ahnungslose, zumeist mit lächerlichen Honoraren geködert, und zum Ficken ohne Kondome vor die Kameras gelockt.

Das Genre Bareback-Pornos ist eines der wenigen, das dem Sex-Handel noch handfeste Gewinne einfährt.

Meldung vom Januar 2012: Mit überwältigender Mehrheit hat der Stadtrat von Los Angeles die Verordnung "Sicherer Sex in der Erwachsenen-Film-Industrie" verabschiedet. Will sagen: Kondompflicht für Pornodarsteller.


In dieser Situation empfindet der Vorsitzende Geschäftsführer der Bruno Gmünder Mediengruppe, Tino Henn " .. die sog. Bareback-Debatte [als] völlig entglitten", stellt die dummfreche Frage "Was ist Bareback überhaupt?" Und beantwortet sie mit "Die Entscheidung, wer welchen Sex hat, liegt bei jedem selbst. Wir möchten unsere Kunden nicht entmündigen..."

Tino Henn: "Unsere Unternehmen werden daher zukünftig die Sortimente um Pornos erweitern, in denen Männer ohne Kondome Sex haben."

Schöner und wortreicher lässt sich kaum erklären, wie man seinen sinkenden Umsatz wieder zu steigern gedenkt.

25 Jahre lang haben die Unternehmen des Bruno Gmünder ihre Kundschaft entmündigt. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Interessant immerhin, dass Tino Henn ausgerechnet mit dieser fantastischen Neuigkeit (Heute erkläre ich meine Kunden für volljährig) nicht vor die Presse gegangen ist. Wahrscheinlich stand der Regierende Berliner Bürgermeister Wowereit als nützlicher Nachrichtenüberbringer gerade nicht zur Verfügung. Auch im allwissenden schwulen Nachrichtendienst Queer.de kein Wort.

Es handelte sich nämlich um eine Mitarbeiterinformation "nur für interne Zwecke", sozusagen streng geheim.


Die schwulen Bareback-Porno-Produzenten können aufatmen.

Die dummen, geldgierigen Bareback-Darsteller brauchen sich über Rente und Alzheimer nicht mehr den Kopf zu zerbrechen.

Auch der unter sexuellem Volldampf stehende Jungschwule möge doch bitte hennsche Mündigkeit und Aufgeklärtheit an den Tag legen.


Wie sagen Unternehmer gerne, wenn sie sich verabschieden: "Wünsche gute Geschäfte, Herr Henn!"


Dienstag, 13. September 2011

taz-Reklame vom 16. Juni für ein Grossmaul: Bruno Gmünder 27 mal abgewatscht.

31 Leserkommentare ("bildet doch einfach mal einen klischeehaften Hetero ab... oder eine Blume"), davon 3 neutral, 1 positiv, 27 negativ

taz vom 18. Juni 2011
Homosexueller Verleger Gmünder

"Schwul und links geht nicht"

Deutschlands wichtigster schwuler Verleger, Bruno Gmünder, hat sein Unternehmen verkauft. Linke hält er für "verzehrend, brutal und gehässig". Sex hatte er früher zur Begrüßung.
  • 26.07.2011 15:37 Uhr

    von Thomas:

    Ahja ... Ich habe mich durch den Wust an Meinungen gekämpft und bin erstmal sprachlos. Nicht über Bruno Gmünder, dass ich über solches Geschwätz sprachlos wäre ist lang vorbei. Sondern über die Kommentare.

    Natürlich geht schwul und links. Alles andere geht ja auch. Nur ist man weder automatisch fortschrittlich noch rückschrittlich bis verbrecherisch wenn man schwul ist oder einer anderen Minderheit angehört. Es gibt aber fortschrittliche linke Schwule, rückschrittliche konservative Schwule bis zu verbrecherischen neofaschistischen Schwulen.

    @Linker_Schwuler:
    "DIE LINKE ist bislang die EINZIGE Partei, die sich dem Bündnis gegen den Papstbesuch angeschlossen hat." Die DKP wird sich keinem LSVD Berlin-Brandenburg geführten Bündnis anschließen! Dazu ist uns dieser Verein gerade dort zu rechtslastig und rassistisch.

    Aber auch DKP queer wird etwas gegen den Besuch von Herrn Ratzinger unternehmen.

    Also nochmal, links und Schwul? Naklar geht das! Sogar richtig links und Schwul!

    Liebe Grüße
    Thomas
    DKP queer
  • 07.07.2011 04:41 Uhr

    von Tante Magnesia:

    Liebe taz,
    ich weiß, Ihr habt es auch nicht leicht. Wir müssen alle mit irgendwas Geld verdienen.
    Dafür, daß es in Berlin eine Straßenkreuzung gibt, an der die Rudi-Dutschke-Straße auf die Axel-Springer-Straße trifft, verzeihe ich Euch jede bisher begangene Entgleisung und auch zukünftige.
    Wenn Ihr mal nicht wißt, mit was Ihr Euer Blatt füllen sollt, bildet doch einfach mal einen klischee-haften Hetero ab. Damit wir, die nicht so sind, wissen, was uns fehlt. Oder eine Blume. Aber bitte nicht ermüdente Selbstbeweihräucherung von Menschen wie BG.
    Ihr seid übrigens das beste Satire-Magazin, das ich kenne.
    bussi bussi
  • 20.06.2011 12:38 Uhr

    von Verlach:

    Also... der "wichtigste schwule Verleger" ist das Großmaul sicher nicht. Möglicherweise der wichtigste, der es offen lebt. Ich halte (von den Lebenden) Beisler, Buchholz oder Nonnenmacher schon noch für "wichtiger". Aber wenn es natürlich aufs "Bekennen" ankommt...
  • 19.06.2011 19:37 Uhr

    von reiserobby:

    Ich frage mich auch, welche "Verräter" Bruno Gmünder meint; die, die ihn absolut zurecht Rassismus und Sexismus anhand seiner Verlagspublikationen – oder durch seine Beteiligung an Porno-Produktionen sogar sexuelle Ausbeutung – vorgeworfen haben? Bruno ist nicht Darth Vader, aber von der taz hätte ich mal ein paar schlaue Gegenfragen erwartet. Wahrscheinlich überfordert mit der Frage, ob man den kritisch beäugen darf, weil er schließlich vom andern Ufer ist... Welpenschutz oder Narrenfreiheit für erwachsene und in Gmünders Fall, das kann ich aus persönlicher Erfahrung bezeugen, hochintelligente Homos? Wie ätzend ist das denn? Der heterosexuelle Blickwinkel der deutschen Presselandschaft ist wirklich immer wieder eine Katastrophe. Die taz sollte sich für diesen Quark schämen, eine reine und von Bruno Gmünder toll inszenierte Selbstdarstellung, gute Leistung von ihm, hochnotpeinlich für die gesamte Redaktion.
  • 19.06.2011 18:13 Uhr

    von Linker_Schwuler:

    Der Herr Gmünder gehört eben einer eingeschworenen Cloque an, die sich nicht um die sozoalen Belange der Mehrheit der Schwulen schert, hauptsache, die Kasse klingelt.

    Die Schwule Community ist alles andere als menschlich, sie ist brutal und Menschenverachtend. Wer nicht Jung, Hübsch, Dauergeil ist und dazu noch nen unbehaarten Knackarsch sowie mindestens 30x10 in der Hose hat - ja ich weiss, ich übertreibe - ist unten durch. Wird nicht zur Kenntnis genommen. Die Jungschwulen freuts, können sie sich doch von solventen älteren Herren aushalten lassen.

    Das auch die Jungen mal älter werden und das jeder über 27 inzwischen schon als "Opa" gilt, das es Schwule gibt, die sich aufgrund ihrer miserablen Lage niemals ein Ausgehen leisten können, geschweige denn die Wixvorlagen von einem Gmünder, scheint ihm scheissegaL zu sein. Die Wixvorlagen gibts ohnehin im www viel besser und zumeist gratis.

    Vielleicht mal ein wenig Geschichtsunterricht mit Herrn Gmünder:

    1886 wollte die CSU Internierungslager und Zwangstersts für Schwule einführen, sie scheiterten an der - damals noch linken - SPD und dem massiven Widerstand der Schwulenbewegung.

    1988 beseitigte die böse DDR-Diktatur das Parrallelstück zum westdeutschen §175 aus ihrem Strafgesetzbuch und führte ein allgemeines Schutzalter von 16 Jahren ein.

    In der BRD wurden noch bis 1994 Schwule nach dem §175 rechtskräftig verurteilt.

    der §175 wurde im Zuge des Einigungsvertrages 1994 - gegen den massiven Widerstand der CDU/CSU/FDP ersatzlos gestrichen.

    Die schwarz-gelbe Koalition, die derzeit regiert, weigert sich beharrlich, die Opfer des §175 zu entschädigen, da dies "dem GG zu wider laufe" >> http://www.queer.de/detail.php?article_id=14228

    DIE LINKE ist bislang die EINZIGE Partei, die sich dem Bündnis gegen den Papstbesuch angeschlossen hat >> http://gaylife2011.wordpress.com/2011/06/18/die-linke-wird-das-bundnis-der-papst-kommt-unterstutzen/

    Das sind nur zwei Beispiele, wo es sich zeigt, das die konservativen Parteien uns am liebsten nicht mehr wahrnehmen wollen.

    Noch ein kleiner Hinweis an die, die hier geschrieben haben, das die FDP ja so schwulenfreundlich wäre, wegen der Westerwelle: Als das Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft eingeführt wurde, legten CDU/CSU & FDP Verfassungsbeschwerde ein!

    Ausserdem sollten Sie auch das mit dem 175er mal lesen.

    Warum ich als Schwuler LINKS bin? Weil ich für Menschen- & Bürgerrechte eintrete. Weil ich dafür eintrete und Kämpfe, das die Armut in diesem reichen Land besiegt wird.

    Weil mir die Rechte der Mehrheit wichtiger sind als die Weltanschauung einer Minderheit.

    http://gaylife2011.wordpress.com/2011/05/17/„sexuelle-identitat“-endlich-ins-grundgesetz/

    http://gaylife2011.wordpress.com/2011/05/15/cdufdp-weiterhin-stramm-rechts-gegen-schwule-lesben-migranten-etc/
  • 19.06.2011 16:29 Uhr

    von Yadgar:

    @docvonstock:
    "Denn schwule Hartz IV-Empfänger werden seine Produkte ganz bestimmt nicht kaufen."

    Schwule Hartzer? Sowas gibt es doch gar nicht! In Hartz IV landen doch nur dumme Prolls und flachgesichtige Angestelltenspießer, die Isch-schwör-Fraktion aus Migrantistan nicht zu vergessen!

    Nein, schwul sein muss man sich erst mal leisten können, Lederbars, Poppers und Ficktrips nach Gran Macabria und Pattaya sind viel zu teuer für Hartzer, die müssen dann eben doof-hetero mit Schwabbel-Uschi aus dem Plattenbau rumschieben...

    @Richard Polle
    "die Sonnenbrille geht nicht"

    Stümpt (Modell 80er-Jahre-Loddelpilot)... aber der Bart ist geil! Yumyumyum!!! Wenn er jetzt auch noch lange Haare... aber lassen wir das!
  • 19.06.2011 14:45 Uhr

    von DiversityAndEquality:


    Kurz vor der letzten Bundestagswahl ergab eine Online-Umfrage des schwul-lesbischen Online-Portals queer.de, dass eine relative Mehrheit der LeserInnen der Partei DIE LINKE ihre Stimme geben würden, knapp vor den Grünen, die ihrem Anspruch auch mal eine links orientierte Partei waren.

    Ich tippe nicht auf notorisch böse, gehässige Schwule, sondern solche, die auch ein minimales Geschichtsbewusstsein mitbringen. Wenn irgend etwas bei nicht total vernebeltem Verstand "überhaupt nicht geht", dann schwul und rechts!

    Wer setzt außerdem in der Gegenwart in der EU (auch bei uns) effektiv gleiche Rechte und Lebensbedingungen auch für homosexuelle Menschen durch, wenn nicht Linke - Sozialdemokraten und Sozialisten? Nachweisbar für jedes einzelne Land der EU!
  • 19.06.2011 10:34 Uhr

    von typisch:

    Gmünder war schon immer ein Schwätzer, der auch gerne lang und breit über Themen redet, von denen er keine Ahnung hat.

    Wie gehässig er selber ist, kapiert der Mann gar nicht. Aber Hauptsache mit dem Finger auf andere zeige - das ist typisch für ihn.
  • 19.06.2011 02:10 Uhr

    von linkerSchwuler:

    Mein Gott, was soll dieses Getue um diesen Gmünder. Ein schwuler Unternehmer, der einen schwulen Markt bediente, und das mit m.E. miserablen und arroganten Kundendienst seitens der Firma. Warum erwähnt der Artikel nicht, dass der Gmünder Verlag auch schwule Pornos vertrieben hat? Dass Herr Gmünder sich auch neuerdings als heuchlerischer Obermoralist in Bezug auf schwule Bareback-Pornos aufgespielt hat? Kein Wort davon in diesem Artikel.
  • 18.06.2011 23:56 Uhr

    von fem/me:

    "schwul und links geht nicht" - brauchte es erst diesen Typen und seine Selbstbezichtigung, um herauszufinden, dass die Schwulenbewegung absolut rechts ist ?
  • 18.06.2011 22:05 Uhr

    von Tanja Klaeft:

    Und vor gar nicht allzu langer Zeit hiess es, dass weder ein Schwuler Hamburg noch Berlin überhaupt regieren könne noch ein Schwarzer US-Präsident oder ein Frau Bundeskanzlerin bzw. ein Schwuler Aussenminister und Vorsitzender einer Bundestagspartei werden könne.

    Vor Wowereit als Kanzler mögen wir indes hoffentlich verschont bleiben, aber nicht wegen seiner sexuellen Orientierung, sondern aufgrund der Tatsache, dass es sich bei ihm um einen inkompetenten Blender handelt, der sich, typisch links, auf das Verprassen des von anderen Leuten erwirtschafteten Gelds spezialisiert hat (obwohl das zugegebenermassen nittlerweile fast für die gesamte deutsche politische Elite gilt).
  • 18.06.2011 20:05 Uhr

    von chy:

    Ein Wort reicht: Oberflächlich!
    (Dies gilt für den ein Leben beschreibenden Artikel und die enthaltene Selbstdarstellung; über dieses Leben maße ich mir ein Ufteil nicht an.)
  • 18.06.2011 19:32 Uhr

    von Richard Polle:

    Ich wurde sagen, die Sonnenbrille geht nicht.
  • 18.06.2011 17:47 Uhr

    von Dr. rer. Nat. Harald Wenk:

    Als Verlegr hat der Herr wohl eine besonderes Verhältnis zur "Provkotation". Allerdings sind die Verletzlichkeiten von Homsexuellen auch bei anderen schon des öfteren in provokanten Angiffen, die immer ein Mindestmass, kann nur kanp über 0 sein, am "Sitz im Leben", öffentlich "verschoben" im psychanlytischen Sinne artikuliert worden.

    Die "Statistik" des Normalismus, es ist eben bei selteren Miderheiten weniger da an Rückkopplungen, Vermittlunfgsformen, Konventionen, Gemeinsamkeiten generell.

    Darunter leiden auch die "emphatischen" Linken,
    unter ihrer höheren Sensibilität und "Zielscheibendasein" für öffentliche und private Verachtung.

    Leidensgenossen als Zielscheibe, die zudem noch die Kärnerarbeit der relativen öffentlichen Anerkennung von Homosexuellen geleistet haben - das SPIEL mit der Scham, ihre Zurückwendung auf deren Auflöser,
    die einzige Befreiungsmöglcihekit weltweit,
    ist eins mit den emotionalen Feuern.
  • 18.06.2011 15:25 Uhr

    von Jürgen:

    Dieser Artikel trifft den Nagel!
  • 18.06.2011 15:24 Uhr

    von IMarkus:

    Ich finde es albern zu sagen dass Linke und Schwule nicht zusammen passen, kommt natürlich drauf an was für einen links Begriff man hat. Man sollte eher zusammenhalten. Belächelt wird man überall ausser eigentlich bei den Grünen.
  • 18.06.2011 14:33 Uhr

    von Zyniker 2:

    Genau deshalb sind so viele Schwule und Transen in den rechten Parteien. Auch Lesben findet man ja so viele z. B. in der NPD.

    So ein Quatsch!!

    Diese neue anti-links Propaganda kotz mich an. Merkt es denn keiner. Die Linken werden gefährlich für die Etablierten, und so geht die Hetzkampanie los. Linke sind Antisemitisch, Linke haben was gegen Schwule und Lesben, die wollen den Kommunismus und die DDR wieder, bald müssen wir alle wieder Trabbi fahren und bekommen keine Bananen mehr, usw...... Leute lasst euch doch nicht verblenden von den "Alteingesessenen, die Ihre Macht brökkeln sehen und das "dumme" Volk manipulieren wollen.
  • 18.06.2011 14:32 Uhr

    von spin:

    "linke sind schlimm, schwule sind toll!" - was ist denn das für ein geschäftshansel, der aus seinen partikularen erfahrungen gleich ein komplettes (und sehr schlichtes) weltbild zimmert?

    natürlich sind auch weiterhin viele schwule, lesben und queers links, ob judith butler, zahlreiche uni-schwulenreferate oder der berliner "transgeniale csd". das hat gute gründe, denn es ist auf (soziale) gleichheits-, freiheits- und solidaritätsfroderungen zurückzuführen.
    aus ähnlichen gründen setzt sich beispielsweise die linkspartei (die man in vielem kristisieren sollte) gegen die diskriminierung von homos bei der blutspende ein.

    dass aber ein multimillionär zum renegaten wird, ist ebenso durchsichtig wie die tatsache, dass ein wissenschafts- und feuilletonkarrierist wie götz aly die neue linke als wiedergänger der nazis bezeichnet. der hysterische rundumschlag kommt weitgehend argumentfern daher und landet inhaltlich beim rechten flügel der cdu der 1980er.
  • 18.06.2011 14:31 Uhr

    von sapere aude:

    Die schwule Community sei sehr menschlich, "nicht so wie bei den Linken, verzehrend, brutal und gehässig."
    Soso, also für mich klingt das nach dem Nachtreten eines, der selbst längst bei den Konservativen Unterschlupf gefunden hat, die ihn für widernatürlich und ekelhaft halten (oder zumindest hielten).

    Was sich hier herauslesen lässt ist: "Die Linken sind ja toll, wenn sie für die Rechte der Schwulen kämpfen, aber sonst sind sie mir einfach zu anstrengend!"
    Dann aber ist man und war man nie links, man hat sich nur mit der linken Szene gemein gemacht, weil man dieselben Ziele hat - dagegen ist nichts einzuwenden, man sollte es nur auch so kommunizieren.
    Leute, die sich für links halten, weil sie schon mal auf einer Mai-Kundgebung des DGB waren und dann weiter ihr Kreuz bei CDU und FDP machten, haben wir in diesem Lande wahrlich genug - die schreiben sogar schon Bücher darüber, hab ich gehört.

    Entweder man lebt damit, sich rechtfertigen können zu müssen, oder man gesellt sich zu den führertreuen. Punkt.
  • 18.06.2011 14:06 Uhr

    von anonym.us:

    Eigentlich ist man immer irgendwie links, wenn man Homo ist. Weil man immer quer zum heterosexuellen gesellschaftlichen Feld steht.

    Dass das linke Spektrum aber irgendwie sehr selten auf antihomoseuelle Taten und Gedankengute kritisch eingeht ist leider sehr wahr. Und das Deutschland noch zu ressentimentär wäre für eine/n schwulen oder lesbischen Kanzler/in ebenfalls.

    Der letzte große Erfolg der Homosexuellenbewegung war die Abschaffung der Todesstrafe (für jeden) und des §175 StGb. Ansonsten hat aber auch die Homosexuellenbewegung vor allem eins gemacht: viel Party.

    Ich habe schon eine Menge Schwule kennengelernt (als Schwuler), aber davon waren die meisten schlicht apolitisch. Man kann das Ignorieren der Homosexuellen-Belange seitens der Politischen Klasse nicht nur dieser anlasten, weil die Homosexuellen ihrerseits auch nicht gerade mit politischem Aktivismus brilieren, was ich selbst bissi schade finde.

    Andererseits muss man aber auch verstehen, dass Homosexuelle niemals zur gesellschaftlichen Normalität zählen werden, sondern immer einen herausgehobenen Status haben werden - eben que(e)r zur Gesellschaft stehen. Und das ist auch gut so! Nur ist de Bewegung im Moment vom ganzen Partymachen und Lebenspartnerschaften eintragen vielleicht etwas müde.
  • 18.06.2011 13:47 Uhr

    von Doro:

    Ich danke Herrn Gmünder für die (viel zu selten anzutreffende) Selbstkritik in Sachen "Umgang mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er (und 1980er und 1990er) Jahren innerhalb der Schwulen- (und Linken-)Bewegung"!!

    Dieser (Zitat) "kokettierende" - aber leider auch extrem verleugnende bzw. verHERRlichende - Umgang mit diesen Straftaten (!!) hat auch dazu beigetragen, das Leid der Betroffenen so, so viele Jahre zu verlängern, ihr Schweigen zu zementieren und die gesellschaftliche Wahrnehmung von sexualisierter Gewalt an Kindern zu untergraben.

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich auch die taz und weitere damals "kokettierende" Akteur_innen (u.a. der GRÜNEN-Politiker Volker Beck) heute selbstkritisch mit ihrer (damaligen?) Haltung auseinandersetzen und sich damit HEUTE eindeutig positionieren würden. Nämlich nicht mehr auf der Seite der Straftäter_innen.
  • 18.06.2011 13:11 Uhr

    von MarcStefan:

    Als jüngerer Vertreter, der erst Anfang der 1970er geboren wurde, begegnete mir der Name Bruno Gmünder natürlich erst mit dem Lesen und Betrachten der Magazine von dessen Unternehmen sowie natürlich beim Reiseführer Spartacus. Dieses Buch verbinde ich am Stärksten mit dem Namen Bruno Gmünder.

    Mein Leben wurde viel später erst mit der nach 1990 aufkommenden Debatte zur Einführung des Lebenspartnerschaftsinstitutes geprägt und natürlich von der massiven Veränderung der Community durch die Neuen Medien und das Internet.

    Das Bruno Gmünder nunmehr verkauft, liegt wohl daran, das die Medienlandschaft seit den letzten zehn Jahren mit dem Internet in einem massiven Umbruch sich befindet, das starken Einfluss auf homosexuelle Menschen und deren Lese/Kommunikations- und Datingverhalten hat.

    Was die Kritik von Bruno Gmünder an den Linken angeht, kann ich die 1970er und dem Aufbau der LGBT-Szene nicht beurteilen; das ist für mich bereits deutsche Geschichte und als Student der 1990er durfte ich vielmehr die Vorteile der bereits aufgebauten Szene in Deutschland nutzen.

    Mich interessiert daher diese Debatte um die Linken viel weniger, da es für mich Geschichtsdebatten sind. Da interessiert mich vielmehr die heutige Debatte um die Eheöffnung, die massiv von den Grünen, den Sozialdemokraten und den Liberalen in Deutschland geprägt wird und kaum von der Linkspartei bisher mit offen homosexuellen Kandidaten auf Bundesebene gestaltet wurde.

    Es fällt mir sowieso immer wieder auf, das ältere Aktivisten viel mehr sich mit den Linken auseinandersetzen als die jüngere Generation der homosexuellen Aktivisten, die sich doch mehr bei den Grünen, Sozialdemokraten und Liberalen wiederfindet.

    Vielleicht hat das damit zu schaffen, das die Linken zu Wendezeiten mehr mit der SED von meiner jüngeren Generation negativ wahrgenommen wurden und nicht von den geistigen Kämpfen der westlichen Linken in den 1970er geprägt wurde.

    Meine Generation der Mitte/Ende 30er wird von ganz anderen im Verhältnis leichteren Schwierigkeiten geprägt. Die Vorteile der Szene zu nutzen, bin ich seit jungen Jahren als Student gewohnt. Auffallend ist aber das mit dem Internet die Szene sich verändert hat, da ich durchaus noch einige Jahre vor dem Aufkommen des Internets die Szene kennenlernen durfte.


    Eigentlich müßten hierzu einmal soziologische Studien gemacht werden, wie das Internet und die Neuen Medien die homosexuelle Szene massiv zum Guten und zum Schlechten verändert haben. Und diese Veränderung dürfte auch Bruno Gmünders Unternehmen und sein Leben der letzten Jahre stark beeinflusst haben.
  • 18.06.2011 12:25 Uhr

    von Paula:

    Das dürfte für die zahlreiche linke Leserschaft von queer.de ein schwerer Schlag sein. Rubrik: Homo-Gurke.
  • 18.06.2011 12:03 Uhr

    von Nico:

    "also vor AIDS" - ne, davor gab's AIDS noch nicht. Das ist dann in einer lauen Sommernacht einfach irgendwann vom Himmel gefallen.

    Und: Ist mir doch egal, ob unser Kanzler schwul ist oder nicht?! Er sollte n guten Job machen und nicht so schmierig wie Westerwelle sein, wobei das kaum etwas damit zu tun haben dürfte dass er homosexuell ist.
  • 18.06.2011 11:44 Uhr

    von nice.guy.eddie:

    "Die Linken missbrauchen dich immer, als Köder, als Verräter"
    "In wesentlichen Punkten haben sie die Schwulen im Stich gelassen"
    Die schwule Community sei sehr menschlich, "nicht so wie bei den Linken, verzehrend, brutal und gehässig."

    Was soll das heißen, geht es auch etwas expliziter? Von welcher "Linken" ist den hier die rede.

    "Ich finde den Artikel einfach nur kraftlos, voreingenommen und in wesentlichen Punkten ohne Aussage."
  • 18.06.2011 11:05 Uhr

    von G. Hänge-Gülden:

    Schwulenaktivisten würden so viel mehr erreichen, wenn sie nicht ausnahmslos dieses tragisch-lachhafte an den Tag legten, wie sonst nur Modelleisenbahner in ihren späten Vierzigern.
  • 18.06.2011 10:38 Uhr

    von Paria:

    Es soll ja auch Schwule geben, die einen ganz normalen Job haben, ohne ständig ihre Sexualität vor sich her zu tragen. Die werden dann auch für ihre berufliche Leistung respektiert und sind vielleicht zufriedener. Vielleicht sollte es Herr Gmünder mal damit versuchen.

    "Wir hatten Sex zur Begrüßung, zum Abschied und dazwischen auch."
    Wenn's ihm natürlich nur darum geht, könnte ich ihm auch ein Gewerbe empfehlen...
  • 18.06.2011 09:49 Uhr

    von Auch Schwul:

    Mann O Mann TAZ!!

    Ich halte es für eine absurde Idee, dass Sie Herrn Gmünder soviel Aufmerksamkeit schenkt. Wer hatten deenn diese Idee? Euer Berufsschwuler JF?

    B. Gmünder und sein Verlag sind für die schwule Bewegung der Jetzt-Zeit aber sowas von irrelevant. Auch bereits als ich vor 25 Jahren mein Coming Out hatte, habe ich um Bücher von Bruno Gmünder einen Bogen gemacht: Die Titel in der Regel: Schmierig, niveaulos und schwule Klischees bedienend. Daran hat sich nichts geändert. Warum soll ich mir Aussagen von diesem Geschäftsmann anhören?

    Allein Schon seine Aussagen in Eurem Artikel sind oberflächlich und stereotyp "Wir hatten Sex zur Begrüßung ..." (Gähn!!), Wowereit wird nie Kanzler (Oh Gott). Das Interview werde ich mir echtn nicht durchlsen.

    Naja und die Taz:
    Als Schwuler weiss ich das natürlich alles - Als Nichtschwuler könnte ich denken, dieser Mann und sein schmieriger Verlag wären irgendwie repräsentativ. Das ist aber nicht so. Es wäre Eure journalistische Pflicht, das für die Leser auch so korrekt einzuordnen.
  • 18.06.2011 09:39 Uhr

    von alabasta:

    Schwul und links geht sehr wohl. Wenn Herr Gmünder eine andere Meinung dazu hat dann ist das seine Privatsache. Sicher wird die schwul-lesbische Gemeinde oft als politisches Feigenblatt verwendet - auch von den Linken aber die machen sich zumindest die Mühe darüber zu diskutieren und haben sich für die Rechte von LSBT eingesetzt. Aber Herr Gmünder ist/war Geschäftsmann und sieht in erster Linie seine eigenen Interessen. Er kann aber nicht für die ganze Community sprechen.
  • 18.06.2011 09:08 Uhr

    von Tortes:

    Ob die Gaycomunity wirklich so menschlich ist, wie Gmünder beschreibt, wage ich doch sehr zu bezweifeln.
    Ich habe sie eher als arrogant, eingebildet, oberflächlich, nur auf Oberflächlichkeiten bedacht erlebt. Ich habe mich dann in meinen besten Jugendjahren wieder von ihr abgewendet, so viel Verlogenheit, das ging einfach nicht !
    Was politisch links anbetrifft, ich bin homosexuell und links, und ich kann das bestens miteinander vereinbaren !
    Das Problem Gmünders scheint wohl eher die Offenheit vieler Linker zu sein, offen zu sagen, was sie denken.
    Ein absolutes "No Go", die auf Scheinheiligkeit bedachte Gaycomunity kann so etwas überhaupt nicht haben.
  • 18.06.2011 08:41 Uhr

    von docvonstock:

    Ich weiß nicht in welcher Welt der Herr Gmünder eigentlich lebt. Wahrscheinlich in der künstlichen rosaroten Welt der hedonististischen Schwuppen mit FDP-Mitgliedsbuch.

    Wenn man bedenkt, dass Männer im KZ gesessen haben und dort misshandelt und getötet worden sind, weil sie homosexuell waren, dann sollte man erwarten, dass diese "Community" eigentlich den menschlichen Umgang miteinander auf ihrem Banner festgeschrieben haben müssten. Aber keine Gemeinschaft betreibt solch eine Selektion und Diskriminierung wie die schwule Community. Alte und Arme sind praktisch lebensunwert, weil sie nicht den ästhetischen Ansprüchen eines immer jungen Dorian Gray genügen. Lediglich als Sponsoren für jugendliche Lover werden sie geduldet und mitleidig belächelt. Kein Wunder, dass als Todesursache die Alkoholkrankheit an 2. Stelle steht.

    Der Herr Gmünder gehört, wie so andere Edeltunten, zu einer wohlhabenden Kaste, die in sich abgeschlossen ist. Das ist sein gutes Recht. Nur stünde es ihm dann auch an, wenn er seine eng beschränkte Weltsicht für sich behalten würde, anstatt über Dinge zu bramarbasieren, von denen er jedenfalls keine Ahnung hat. Der Herr bestätigt lediglich die negativen Klischees über Schwule. Repräsentativ ist er nicht - das glaubt er wohl nur selbst.

    Denn schwule Hartz IV-Empfänger werden seine Produkte ganz bestimmt nicht kaufen.

Dienstag, 16. August 2011

2.Teil: Die GANZE Geschichte vom SPARTACUS International Gay Guide, von seinem Gründer John D. Stamford und wie Bruno Gmünder das Schnäppchen seines Lebens machte.



Die Geschichte des 'Spartacus Gay Guide' wurde bisher nicht geschrieben. Das hat Gründe, die hier beschrieben und dokumentiert werden. Dabei ist sie (sogar nur von 1970-1987) spannend, turbulent und so umfangreich, dass sie einen einzelnen Blog-Eintrag sprengen würde. Deshalb veröffentlicht brunoleaks die Geschichte und die Hintergründe in mehreren hintereinander folgenden Teilen.
Da schon während der Recherchen immer wieder neue und sogar gegenteilige Fakten auftauchten, aber auch nachträglich ergänzende Kenntnisse und Erkenntnisse von Insidern eingingen und sicherlich noch eingehen werden (z.B. von Lesern), sei an dieser Stelle daran erinnert, dass Einträge in diesem Blog grundsätzlich auch ergänzt, selbstverständlich richtig gestellt, korrigiert oder gekürzt werden können.
Das hier auftauchende Dauer-Thema ‘Pädophilie’ dient nur einem Zweck, nämlich zur Erläuterung der ‘Spartacus’-Fakten und -Hintergründe. Im übrigen erhebt auch dieser Blog-Beitrag weder Anspruch auf Allwissenheit, noch auf Vollständigkeit. Interessenten stellen wir gerne Artikel-Kopien in hoher Auflösung zur Verfügung, z.B. wenn Textabbildungen hier nur ungenügend lesbar sind.


Fortsetzung vom (anklicken) 1. Teil, Vorgeschichte und 1967


Die Geschichte des SPARTACUS Reiseführer beginnt
1970 im März brachte Stamford in Sussex [nahe dem ziemlich schwulen Brighton] den ersten ‘Spartacus’ heraus. Auf 109 Seiten waren insgesamt 3.000 schwule Treffpunkte (Homophile meeting places) verzeichnet. Davon waren 60 in London und mehr als 200 Orte aus dem Vereinigten Königreich. Stamford hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine „bessere Welt für Schwule“ mitzugestalten, gegen die versteckte Einsamkeit (der Homosexuellen) anzukämpfen, Kontakte zu ermöglichen und mitzuhelfen ein internationales Netzwerk kooperierender Organisationen aufzubauen. (bis hier nach ‘Wikipedia’)

In der ersten Ausgabe gab Stamford an, an der Gesetzesreform der 60er Jahre in Grossbritannien beteiligt gewesen zu sein ... Jedenfalls schien er aus Kreisen zu kommen, die sich aus Gerechtigkeitsstreben für die eigenen homosexuellen Interessen und die der anderen eingesetzt haben. (Peter Thommen/ARCADOS, 11/2006)   

1972 übersiedelte Stamford nach Amsterdam, angeblich weil er in Grossbritannien mit seinen Publi-kationen Schwierigkeiten bekam ... wird in 'Wikipedia' behauptet:: "... die britischen Gesetze [standen] einer offenen Diskussion über Homosexualität entgegen...".
The Sunday Times erzählte Stamford, er sei aus England geflohen, weil die Briten „zu stur sind und nicht die Qualität sexueller Partnerschaft zwischen Männern und Jungen verstehen können“.

Tatsächlich dürfte der Umsied-lungsgrund ein weit schwerwie-genderer gewesen zu sein, wie in schwulen Publikationen nachzulesen ist. U.a. im ‘Gay Journal’, 1986, Seite: "...der 1972 in die Niederlande geflohen war, nachdem er in London des Kinder-Porno-Handels überführt worden war..." Stamford rühmte sich bekanntlich, die ersten schwulen Pornohefte in Grossbritannien produziert zu haben.

1973 im Dezember erschien der ‘Spartacus’, 3. Ausgabe, erstmals in Amsterdam; „im liberalen Klima der Niederlande“. Während der seinerzeit viel in schwulen Publikationen gedruckte DORUS die Titelseite illustriert hatte, fallen im Innenteil die zahllosen Buben-Illustrationen auf.
Bis zu dieser Ausgabe erscheint der Name Stamford nicht im Guide, sondern Euro Spartacus, Post Office Box 3496, NL 1001 AG Amsterdam

1977 schon beklagte sich Stamford über Raubdrucke. Ausserdem darüber, dass es Diskriminierungen gibt, der Art, dass entweder ältere Homosexuelle (er war "schon" 38), Lesben, oder überhaupt Homosexuelle irgendwo plötzlich nicht mehr eingelassen wurden.

1980 Die 10. Ausgabe des Reiseführers hatte bereits einen Umfang von 608 Seiten, mit Informationen aus über 250 Ländern. Das Cover wurde vom berühmten Pornoproduzenten Jean Daniel Cadinot gestaltet. Die Redaktion erhielt jährlich 12.000 Briefe mit Informationen. (nach ‘Wikipedia’)


1981 bereits kam der ‘Spartacus’ in heftige Turbulenzen. Im ‘Gay Journal’ 8/1986, S. 20, heisst es: "Er sei für die Ausbeutung von Kindern in Thailand, Sri Lanka und auf den Philippinen verantwortlich ..."
(Der ganze Artikel kommt später noch zur Sprache)

1982 erscheint am 29. April im Londoner nicht-schwulen EVENT Magazine (Stadtmagazin London) folgende Guide-Besprechung, hier vollständig wiedergegeben, da sie ein interessantes und umfassendes Bild von John D. Stamford und seinen Geschäften zeichnet:

Good Man Guide.
David Roper on the ‘Spartacus Gay Guide’.

He started his adult life as a Catholic priest in Brighton. Now he’s head of what must be the largest gay business empire in the world. He is the only man who knows the exact circulation figures for the world’s most comprehensive homosexual information guide, which this year alone may sell as many a quarter of a million copies at £ 7.50 (das entsprach damals 32,- DM) for 750 densely printed pages. Such is its reputation that it is now sold by ‘Foyles and Collets’, though thousands more copies are consulted and furtively memorised in bars and clubs from Bangor to Bankok.

What began as a gay listing guide in Brighton is now in position whose power enables the owner to offer advertising space by invitation only to those establishments of ‘quality’ that have been awarded at least two stars in the guide. And there are enough advertisers who are willing to pay £ 600 (das entsprach damals 2550,- DM) for a full page without knowing the print run - safe with the assurance that each year’s guide sells out entirely by September.

There can’t be many people who can afford to replace their ‘Spartacus’ annually, though the listings do change constantly thanks to reports sent in by readers and constant Egon Ronaystyle updatings by their own assessors. And with a seven workstation computer digesting those facts and well-established international contacts, it’s unlikely that anyone will be able to suspersede their information easily. And in any case, John D. Stamford is not a man who would tolerate any meddling with the heavily protected set-up he runs from a box number in Amsterdam (in the early, less permissive days they anticipated police problems if they remained in Britain).

Since the first ‘Spartacus’ appeared in 1970, the company has diversivied and grown to include a holiday club offering discount at various establishments, specific reports on areas such as the Far East or California, and a contact service of around 200 couriers to help members find their way round foreign parts. Every two month they publish a rather tawdry travel guide that consits of John Stamford’s diaries and visits about the globe: happier doing field research than supervising his empire, Stamford spends most of the year on the road in an impressive mobile home (number plate BOY1) - well in keeping his flamboyant life-style of meeting with government officials and club owners.

 Vorsatz der 1982er Ausgabe mit Stamfords Freund (zu dieser Zeit, offensichtlich Holländer), der auch auf der 1983er Ausgabe abgebildet ist

In his editorial in the latest ‘Spartacus’ guide, Stamford hits out at those governments that try to be ‘virtue-vendors’ - preferring local exploitation to cash-flush tourists from the West - and begins to refer to them as Nazi repressives. What he objects to is the practice of those third world countries that have chosen to discourage the gay (and often pederast) tourist lavishes boys with money in exchange for sexual favours: is this any more reprehensible than making the boys work in shops and small factories for little or no wages ... and then screwing them away? 

‘Spartacus’ appears to be in two minds over this one, and Peter Glencross, the company’s business manager is ready to admit that their promotion of parts of the third world was mistake which is now being rectified. Stamford himself is against loud, flashy faggots, and Sri Lanka has been dropped from the listings at the demand of  the country’s government; any places that the guide might have included would have suffered local police trouble. Until two or three yaers ago, Sri Lanka was being offered as the paedophile’s paradise - an honour that has now developed on the Philippines.
A number of countries that have previously been omitted due to a lack of accurate information are included this year. Burma has come in (‘the Burmese is a true friend’) and Swaziland (no laws, no one in prison) is on the way. China and Russia are always a problem since so few people of ‘that persuasion’ bother to holiday there, but even more surprising are the listings for Albania, Rwanda, St Barthelemy and Micronsia (eight out of ten guys available in exchange for a case of beer!).

Unanimously voted Europe’s gay Mekka once again, West Berlin is awarded plenty of four star entries, though it’s only London that gets a of five star accolades (Heaven, Subway, Napoleon, Bolts, the Tent); John D. Stamford, sole proprietor, has final word on all these tributes, but for UK listings, at least, the guide depends on report and recommandations offered by Gay Switchboard.
Perhaps the most unusual entries in each section are headed ‘Facilities’, which may be dropped for the next issue. The reason? ‘Spartacus’ thinks most correspondents find these details unimportant, though, for all they know, there could be a silent ‘majority’ which finds them indispensable; needless to say, inspectors do not check the local shithouses, and apart from the legal complications of inciting lawlessness, it is the one area of the information spectrum that threatens to lower the whole tone of Stamford’s Good Man Guide.

He comes across as strangely moral for someone who can claim to have produced male porn mags before anyone else, and the former guest-house owner’s most recent targets are the users of poppers (amyl nitrate), anyone who smokes in bars, un-airconditioned clubs and uncircumcised men (they should wash several times a day).
If any premises fall below his standards ‘Spartacus’ takes up the complaint with the owner, whose unwillingness to make improvements leads to a quick snip in the next edition. At the same time as he offers grants for research into VD and other health hazards, Stamford now publishes and distributes the ‘Pan’ magazine which ‘deals honestly with boy-love’ by printing interviews with international youth an ‘recent research by psychologists on the realities of untraumatised man/boy relations’. For the first time, they have just launched ‘Panthology I’, a collection of rather tame stories about nephews visiting during their public-school hols or willing slaves in ancient Rome.

What we do not know is just how much money this 43 year old Geminian from Lancashire has made from his enterprises, none of which have that cleanly acceptable air of self-help that characterises the ‘San Francisco Pink Pages’ (a Yellow Pages for anyone looking for gay plumbers, poodle-trimmers or typists), which may be soon to be seen in England.

Those who have met John Stamford do not find him easy to get on with, and his liability to bear a grudge for decades has led some unkind foes to spread rumour that his next project is likely to be a walk on water. The belief that his arrival in a foreign country amounts to: ‘I am John Stamford, send me up a guy in exchange for a T-shirt and an English cigarette’ does not prevent anyone from recognising that this year’s guide is far more accurate than any previously published. The rest of his literary output has a distastefully pornographic flavour, typically disguised as ‘scientific’ or serious articles. Mr. Super Morality has this to say in his defence: ‘One is justified in suspecting some sort of international conspiracy against us by many of those grey men who execute the laws of the world. And in this dark crusade a new breed of virtue-vendors are appearing in the press with more regularity - men and women who are making themselves nicely rich and powerful out of ‘cleaning up’ (that is, desexualising) the world. It is not difficult to draw a parallel between the Britain of 1981, for example, and Germany on the eve of the Nazi take-over. What can we do about it? First, we should not let the Nazi types and virtue-vendors hang a guilt trip on us. We must confront them and expose their distortions and reveal their real purposes in mounting these attacks: to wipe out homosexuals and homosexuality and to grab publicity and all the power and the money that goes with it.’ Now, really, what does he mean?

1983 informierte SPARTACUS erstmals über AIDS. Davor gab es immer nur ein kleines Kapitel über Geschlechtskrankheiten.

1983 Einstweilige Verfügung gegen Spartacus-Ausgabe 1983:

"Ohne 'Nachbehandlung' darf kein Exemplar ... verkauft werden ... besteht im Unkenntlichmachen einer Kritik, welche Stamford unter 'München' gegen zwei dortige Diskotheken schrieb. Diese Unternehmen, so wetterte Stamford, würden Homosexuelle geringschätzig betrachten, dennoch so viel geld wie möglich von ihnen nehmen, davon aber nichts in die Homosexuellen-Szene investieren - keiner der beiden betriebe hatte in Stamfords 'Spartacus' inseriert ... Beobachter betrachten diesen 'gerichtlichen Warnschuss' John Stamford gegenüber als 'längst überfällig': Der Spartacus-Herausgeber verteile je nach eigenem Geschmack und Erleben selbstherrliche Plus- ujnd Minuspunkte über die Gay-Etablissements 'around the world'. Zumindest an jenen Orten, an denen er persönlich erscheint (und er reist viel), soll er, heisst es, seine Bewertung stark von den Umständen abhängig machen, wie er empfangen und bei den Anzeigenaufträgen bedacht wird."
aus dem Schwulenmagazin DON Juni 1983


Fortsetzung (anklicken) 3. Teil 1984 und 85