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Mittwoch, 29. Juni 2016

60 Jahre Bruno Gmünder: "Einer der zehn mächtigsten Schwulen aus Deutschland" hat sich klammheimlich vom Acker gemacht.


Glückwunsch zu 60 Lebensjahren.

Die hier versammelten 78 Blogeinträge vergällen jedoch vielen die Feierfreude.

1956 - 2016, Eloge

Am 29. Juni 1956 bringt eine Frau Gmünder in Spaichingen am Dreifaltigkeitsberg "einen der zehn mächtigsten Schwulen aus Deutschland" zur Welt!

Jugendjahre: "...Ich war ja bis 1987, bis ich 22 war, nicht schwul. Ich war links. Ich hatte auf dem Internat Lenin, Stalin und Marx an der Wand hängen, sass in Stammheim in den Verhandlungen..." (B.G. in taz 18.6.2011) 

Dem folgen 30 Jahre als machtbesessener Chef einer streng kapitalistisch ausgerichteten Porno-Toys-Unterwäsche-Magazine-Bücher-Sexshops-usw-Geldquelle, die er 2011 abstößt. 

Seither, d.h. fünf stürmische Jahre lang, schlingerte sein Lebenswerk (und das seines Freundes Christian von Maltzahn, 1956-1997 * ), dieses übermächtige Medienschiff, durch die Strudel absaufender Schwulenkäufermärkte.

* Anmerkung: Während sich der Ex-Linke allüberall in Wort und Bild als der machtvolle Bruno Gmünder prostituierte, wurde der Mit-Begründer, sein Lebenspartner, mit dem er immerhin zwei Jahrzehnte zusammenlebte, ganz schnell und immer tiefer unter den Teppich (samt Foto) gekehrt. Was bleibt, ist ein knapper Wikipedia-Eintrag.

Fast hätte Deutschlands allmächtiges schwules "Verleger"-Genie, den Exitus des Millionen-Porno-Marktes verschlafen, aber auf den allerletzten Drücker hat er dann doch noch den narzistischen Superdudelsack Tino gefunden, der sich diesen "vor Gewinnen geradezu  übersprudelnden" Laden für fett Kohle andrehen ließ.


Schon zehn Jahre zuvor hatte unser goldiges Geburtstagskind einen ähnlichen Möchtegerneganzgroß (John D. Stamford) an der Angel, der ihm auch zu mächtig viel Reibach verhalf. 


Und 2011, wie gesagt, hat er diesen eingebildeten Genialissimus (Tino Henn, "der neue Medienfürst") beschwatzt. Der ideale Ruinator, um sein Lebenswerk vollends gegen die Wand zu fahren.

Was dieser in nur 3 Jahren dann auch sauber hinbekommen hat.
Das lautlose Finale des Medien-Imperium-Dramas. 

Nach diesen fünf Gmünder-Chaos-Jahren, inkl. der Wahl eines dritten Großkotz - des schwulen Gottesanbeters David Berger - hatte er die Schnauze gestrichen voll und machte, samt jugendlichem Ehemann Herbert Engel *, endgültig die Fliege. 

* Will sagen, nach dem linksintellektuellen Schwulen-
aktivist von Maltzahn legte sich Seine Mächtigkeit einen großkalibrigen Ex-Porno-Darsteller zu. 

Als vor einem halben Jahr er dann endlich auch das letzte Verlagsanteilchen abgestoßen hatte, verschwand er von der Bildfläche - ein Gmünder-Abgang so ganz ohne das übliche dröhnende Tamtam und Trara ... 

Immerhin hinterließ Bruno Gmünder - der Schwule der Superlative - seinen hin- und hergerissenen Fans dann doch noch einen entzückenden, wahrlich zauberhaften Wikipedia-Eintrag (und die Möglichkeit schweinegeile Bareback-Pornos zu kaufen).

Die letzten Zuckungen:

Nachtrag 1: Ende 2016 schließt bruno's Mega-Sex-Supermarkt am Berliner Nollendorfplatz.

Nachtrag 2: Im März 2017 wird die Eigenreklame-Illustrierte "Männer" (Printausgabe) eingestellt. 

Nachtrag 3: 16. März 2017. Zweite Pleite. Nur 3 Jahre nach dem letzten Konkurs ist die Bruno Gmünder GmbH mal wieder zahlungsunfähig.

Nachtrag 4: 01. Juni 2017 "Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung" des schwulen Medienhauses gerichtlich festgestellt

Das Finale: 6. November 2017. Das Werk von "einem der zehn mächtigsten Schwulen in Deutschland" wird zerlegt. Die 4 Bruno's Sexshops und den Onlinehandel übernehmen "Kai, Jan, Martin, Arian, Helmuth und Manfred", eine in München eingetragene GmbH. "Spartacus" hat bereits eine "blu Mediengruppe" übernommen. Im Artikel "Bruno's unter neuer Führung" wird kein Bruno Gmünder Verlag mehr erwähnt.

Das Finale vom Finale: 21.12.2017 Das war ein schweres langes Dahinsiechen. Nun ist die Leiche endgültig zerfleddert. Der Bruno-Gmünder-Verlag ist Homo-Geschichte. Der Firmengründer eine (traurige) Legende. Er wird wohl nur noch anonym in Berlin auftauchen. Wieviele Mitarbeiter dabei in den letzten Jahren auf der Strecke blieben ... erwähnt/erwähnte keine Homo-Postille. Mehr bei queer.de


Apropos Glückwünsche. 

Bruno Gmünder kann sich und uns gratulieren: 


Bis zum 29. Juni 2016, 0 Uhr 50, zählen wir 271.199 Seitenaufrufe (Klicks). 

Ca. 57 % stammen aus Deutschland. Folgend die USA; auch dort ist BRUNOLEAKS ungemein beliebt. 

Selbst im 6. Blog-Jahr noch zählen wir - rauf- und runterschwankend, je nach Aktualitätslage - zwischen 20 und 120 Interessenten, die sich hier Tag für Tag über die berühmte schwule Allmächtigkeit informieren.

Textauszüge von Joachim Bartholomae aus der sehr unvollständigen "Chronik des schwulen Buchhandels und der Verlage 1975 bis 1998", einer Beilage in "Zwischen Autonomie und Integration" von Andreas Pretzel und Volker Weiß (Hg.) der "edition Waldschlösschen", 2013 (?)
zu "Bruno Gmünder Verlag, Berlin"

1982/83 waren Gmünder und Maltzahn bereits am Zeitschriftenprojekt
«Torso» beteiligt gewesen; sie lernen aus den Erfahrungen und unternehmen
1987 einen zweiten Versuch: «Männer» ist nach amerikanischem
Muster als Mischung aus pornografischer Fotografie und leicht konsumierbaren
Texten gestrickt. Nach dreimaliger Indizierung durch die BPjS
ist der weitere Verkauf am Kiosk ab 1989 nur nach «Entschärfung» der
Fotostrecken und Änderung des Namens möglich («Männer aktuell», seit
2007 dann wieder «Männer»). Es gibt in der Folge mehrere Relaunches,
aber die Reichweite bleibt begrenzt und man geht vermehrt dazu über,
Berichterstattungen über Produkte von den Herstellern dieser Produkte
bezahlen zu lassen. Im zeitweise rasanten Wechsel der Chefredakteure
erlebt die Zeitschrift Höhen und Tiefen; einzige Konstante ist die raumgreifende
Werbung für Produkte des Gmünder-Konzerns.
Der Buchverlag setzt derweil immer wieder auf Bewährtes, sprich:
Nachdrucke vergriffener Bücher aus anderen Verlagen wie die Klassiker-
Anthologie «Calamus» (Rowohlt), die Kunstgeschichte «L’Amour Bleu»
(DuMont) oder Picanos Kultkrimi «Der Köder» (Knaur). Mitte der 1990er
Jahre gelingt ein Bestseller im Fotobuch mit einem Feature über den damals
gerade entdeckten Pornodarsteller Johan Paulik; viele weitere Bel
Ami – Fotobände folgen. Schließlich entscheidet sich Gmünder, die europäischen
Rechte an den Hardcore-Pornos des Pornolabels Bel Ami zu
kaufen, die einen Durchbruch in der Porno-Ästhetik verkörperten. In den
nächsten Jahren kauft Gmünder die europäischen Vertriebsrechte diverser
weiterer Pornolabels. Mit seinen günstigen Preisen bringt er die Ertragslage
der stationären Pornohändler in Gefahr, die sich mit dem Boykott
des «Spartacus» zu revanchieren versuchen, was jedoch misslingt.
Allerdings stellt sich heraus, dass der Einzelhandel nicht in der Lage ist,
die Flut an Pornofilmen aufzunehmen, die Gmünder nun produziert. Dadurch
wird die alte Idee wiederbelebt, eine Kette eigener Geschäfte zu
eröffnen, die das gesamte Pornosortiment anbieten.
Obwohl schon 1984 in einem Brief an die ehemaligen Kollegen von
Prinz Eisenherz angekündigt, kommt es erst 1988 zur Eröffnung eines
eigenen Ladengeschäfts: ein sehr kleiner Verkaufsraum im ersten Stock
des Europa-Centers am Kurfürstendamm, wo neben Eigenprodukten
einige amerikanische Print-Pornos (Romane und Comics) sowie die Titel
der schwulen Taschenbuchreihe des Knaur-Verlags («Christopher
Street») angeboten werden. Der Mietvertrag wird 1997 nicht verlängert;
im August des Jahres eröffnet deshalb der erste «richtige» bruno’s-Laden
in der Nürnberger Straße. Das Sortiment ist nun sehr viel umfangreicher,
allerdings wird auch hier kein «normaler» buchhändlerischer Service geboten,
sondern nur eine überschaubare Zahl gelisteter Titel abverkauft.
2002 muss der Laden abermals umziehen, dieses Mal auf eine 500-Quadratmeter-
Fläche am Nollendorfplatz. Zwei Jahre später wird ein zweiter
Berliner Laden im Prenzlauer Berg eröffnet, Köln (1998, ein zweiter Laden
2004) und München (2005) folgten. Die bisher letzte Ladeneröffnung
findet 2006 in der Langen Reihe in Hamburg statt, 300 Meter neben dem
Buchladen Männerschwarm (so wie schon der Kölner bruno‘s nur wenige
hundert Meter neben Ganymed eröffnet wurde).
Das Sortiment der bruno’s-Läden setzt sich anfangs aus zirka 30%
Buch und 70% (Porno-)Film zusammen. Anfang der 2000er Jahre tauchen
«Star-Dildos» in den Läden auf, die dem Penis berühmter Pornodarsteller
nachgebildet sind; bald folgt das restliche Sexshop-Sortiment. Gegen
2007 beginnt sich eine weitere Warengruppe im Sortiment auszubreiten:
Unterwäsche. So schreibt die Schweizer Schwulenzeitung «Display» im
November 2012 in einem Artikel über Hamburg, Bücher kaufe man im
Männerscharm, «DVDs, Unterwäsche und Toys findet der schwule Mann
bei bruno’s». Bücher sind dort längst nicht mehr der hauptsächliche Umsatzbringer.
2011 verkauft

Donnerstag, 19. September 2013

Bruno Gmünders Päderasten-Verquickungen.


 Im schwulen Magazin MÄNNER veröffentlichte Dirk Ludigs, 47, am 7. August 2013 unter obigem Foto den "Gastkommentar" Homosexuelle und Päderasten.

Hintergrund ist die gegenwärtige wahlkampfwiderliche Pädophilen-Treibjagd gegen Volker Beck und Jürgen Trittin und damit gegen Bündnis 90 die GRÜNEN (eine Brechreiz erzeugende Inszenierung der CSU-Dreckschleuder Alexander Dobrindt).

Ab Anfang der 80er Jahre, als "Homosexuelle und Pädosexuelle Seit an Seit marschierten" (Ludigs), dürfte der Autor das Gymnasium besucht haben, während Bruno Gmünder mit Christian von Maltzahn den nach Gmünder genannten Verlag gründeten (1981).

Wie problematisch das Verhältnis zwischen Schwulen und Pädosexuellen damals war, kennzeichnet eine Veranstaltung in der Bonner Beethovenhalle. Am 12. Juli 1980 stürmten Indianergruppen (Anmerkung: die Indianerkommune war ein Zusammenschluss von Menschen, die sich selbst als „Kinderrechtekommune“ bezeichneten) die Bühne der Beethovenhalle, wo Vertreter homosexueller Gruppen und Medien mit Parteienvertretern miteinander ins Gespräch kommen wollten, und liessen die Veranstaltung platzen.

Dirk Ludigs (Ex-Chefredakteur "Front" ... "Du & Ich" ... Ex-TV-Redakteur "Liebe Sünde") beschreibt die heute schwer nachvollziehbare damalige Gemengelage - Schwule/Pädosexuelle/Die Grünen/sexuelle Befreiung/antiautoritäre Erziehung - korrekt und nachvollziehbar. Allerdings unterschlägt Ludigs die Rolle, die Bruno Gmünder (der sich u.a. gerne zu den "Vätern der deutschen Schwulenbewegung" zählt) und sein Verlag spielten. Wahrscheinlich hätte MÄNNER einen Gastkommentar zum Thema 'Bruno & Pädo' auch gar nicht veröffentlicht.

Das wollen wir in brunoleaks nachholen. Es lohnt sich, verschiedene Posts unseres Blogs nochmal in Erinnerung zu rufen:

1975-1978
München
Bruno Gmünder lebt in einer WG. Jurastudium an der Ludwig-Maximilians-Universität, Studienabbruch nach 3 Semestern, Zitat Gmünder: Dann hatte ich "alles gelernt, was ein Jurist wissen muss" (Kommentar am 18.5.2011 in brunoleaks)

Maoist, Mitglied Rote Hilfe München, Mitarbeit beim linken Münchener BLATT, Engagement bei amnesty international und in der Gefangenenhilfe (u.a. für Peter Schult, einen bekennenden Päderasten, 1982 verurteilt u.a. wg.Missbrauchs von Kindern), dessen Buch "Gefallene Engel", inkl. eben jener Pädo-Thematik, Gmünder 1982 veröffentlichte.

Gmünder: "...Ich war ja bis 1987, bis ich 22 war, nicht schwul. Ich war links. Ich hatte auf dem Internat Lenin, Stalin und Marx an der Wand hängen, sass in Stammheim in den Verhandlungen..." (taz 18.6.2011)
Details: Bruno Gmünder, vom Maoist zum Millionär

 18. Juni 2011

Das an sich trübe Wochenende dieses 18./19. Juni hat dem "persönlichen Archivar" viel Erhellendes gebracht. Nein, gemeint ist nicht das Gmünder-Interview in der taz, sondern eine Vielzahl an Reaktionen auf das unsägliche Gmünder-Geschwätz. Beispiel: Pädosexualität / Knabenliebe.

Dieses ist, mit sage und schreibe 74 taz-Zeilen, ein Schwerpunktthema im Interview. Wobei die Interviewer eher zufällig - über Ole von Beust und seinen jungen Freund - an das Thema tippten, während es der Interviewte fast schon begierig aufgriff und erstaunlich breit auswalzte.

Hier ein paar seiner Auslassungen: "... was das Thema Pädosexualität angeht, da werfe ich aber auch unseren Schwulenverbänden vor, dass wir zur Missbrauchsgeschichte wahnsinnig intensiv und lautstark geschwiegen haben ... Es ist wie ein Familienerbe, das man lieber verdrängen möchte ... dass wir das im Grossen und Ganzen damals als Linke akzeptiert heben ... Was wir jetzt ... lesen, ist in Teilen furcherregend und in Teilen wollte man es gar nicht so genau wissen ... Ich war da mittendrin. Wir hatten in unserer schwulen Buchhandlung Prinz Eisenherz eine Abteilung mit Knabenliebe. Haben damit kokettiert. Die Pädogruppen haben sich bei uns getroffen ... Wir fanden das okay, wollten denen helfen ... Diesen Aspekt [selbstbestimmte Sexualität auf Kosten von Kindern, die noch nicht selbstbestimmt sind] haben wir nie gesehen. Wir wollten ihn nicht sehen. Die Akteure, das waren die Älteren. Und die haben immer gesagt: Die Jungs wollen ja zu uns, die verführen uns. Die Welle, die jetzt losgetretenb wurde von den Jungs, die missbraucht wurden, das hat mich erschüttert [Hallo, Herr Gmünder: Mädchen wurden/werden genauso missbraucht! Kleine Anmerkung des Archivars]. Da habe ich mich gefragt, warum ich da nie nachgefragt habe. Stattdessen haben wir über die Weltrevolution diskutiert ..." (aus sonntaz, 18.19. Juni 2011, Seite 30)

Das Problem des Bruno Gmünder, einer der zehn mächtigsten Schwulen aus Deutschland ist seine Form von Gutmensch-Imagepflege, die von einem notorischer Hang zur Geschichtsklitterung, zum Verdrehen, Vernebeln und Verleugnen geprägt ist - Auslöser und Anlass zur Einrichtung dieses brunoleaks Blog.

Das gilt für das Thema schwule Pornographie, die und deren Macher er in den gmünderschen Verlagsanfängen lauthals öffentlich und persönlich verteufelte. Das gilt für seinen Aids-Hilfe-Heiligenschein, mit dem er sich bei jedweder Gelegenheit schmückt, während er - nachgewiesenermassen - bis zum Jahr 2008 mit Bareback-Videos Geschäfte machte. Und nun (u.a.) diese öffentliche Betroffenheits- und Erschütterungsorgie über die Missbrauchsfälle ...

Zur Erinnerung für Bruno Gmünders Gedächtnis: Bubenbilderheftchen 
aus dem pojkart Verlag Jugend in der Kunst Harry Turné, Lübeck
Ehemalige Verlagsmitarbeiter erinnern sich allerdings sehr gut daran, dass Bruno Gmünder auch nach der Prinz-Eisenherz-Zeit in Sachen Pädosexualität nicht mal im Traum "nachgefragt" hat. Bis in die Jahre 1986-87 noch hatte der Bruno Gmünder Verlag, u.a. mit den Nackedeiwerken des berüchtigten, der Knabenliebe fröhnenden pojkart Verlag Jugend in der Kunst Harry Turné (Lübeck), auch eine Form von Pädobefriedigung im Angebot.

Bruno Gmünder und John D. Stamford

Im Zuge des Ende 1986 aufkommenden Kinder-Porno-Handel-Skandals des in Holland lebenden Briten John D. Stamford (Spartacus Gay Guide - die ganze und die wahre Geschichte von der Übernahme des schwulen Reiseadressbuches durch Gmünder **) brach im Bruno Gmünder Verlag in Sachen Pädosexualität hektische Betriebsamkeit aus. Die beiden Chefs liessen die heisse Pojkart-Ware mal zur Seite schaffen, dann wieder hervorholen. Von Christian von Maltzahn ist der dazugehörige Spruch überliefert: "Naja, die [Pädos] freuen sich doch über jedes nackte Beinchen."

Interview-Bruno hätte den taz'lern sagen sollen: "Da habe ich mich gefragt, warum ich da nie nachgefragt habe. Stattdessen haben wir über Umsatzsteigerung diskutiert ..." Damals war Verleger Gmünder erwachsen (30) und wusste was er tat ... sollte man meinen.

1987: Bruno schluckt John (gay journal 1/87)

 Ende 1987 übernimmt Bruno Gmünder von John D. Stamford (zunächst teilweise) den Spartacus International Guide - nachzulesen hier: Fünfter Teil, 1986 bis 1987 - und zwar in vollem Bewusstsein,

dass Stamford mit Büchern und Bildmaterial für Knabenliebhaber Geschäfte machte,

dass Stamfords Spartacus wegen Beihilfe zu Sextourismus und Kinderprostitution in weiten Teilen der Welt unter Beschuss stand - nachzulesen hier Dritter Teil, 1984 bis 1985 -

und dass Stamford exakt zum Zeitpunkt der Spartacus-Übernahme von den niederländischen Behörden gesucht wurde - nachzulesen hier Sechster Teil, 1987 bis 2011.


Weltweit mit Interesse gelesen und ungemein spannend: 
Die GANZE Geschichte vom SPARTACUS International Gay Guide, 
von seinem Gründer John D. Stamford 
und wie Bruno Gmünder das Schnäppchen seines Lebens machte: 
** anklicken

Mittwoch, 24. August 2011

"Shownstay" kupfert seinen brandneuen Wikipedia-Artikel über John D. Stamford schamlos aus brunoleaks ab. Und mehr ...

 Am 20. August 2011 legte ein gewisser Shownstay erstmals in Wikipedia einen zweizeiligen Artikel über John D. Stamford an. Zur Erinnerung: brunoleaks begann mit seinem 7-teiligen Spartacus-Stamford-Gmünder-Eintrag am 15. August 2011.

Entsprechend dem Erscheinen unserer Spartacus-Teile, hat Shownstay seinen Artikel erst korrigiert, um dann am 24. Oktober 2011 den kompletten, hier abgebildeten Artikel zu fabrizieren.

Es ist schon ein starkes Stück, dass bewusster Wikipedia-Autor die Frechheit besitzt, aus den 7 Teilen des oben genannten  brunoleaks Blog - die in wochenlangen Archiv-Recherchen, Korrepondenz mit Stamford-Bekannten und Publikationen sowie Gesprächen mit ehemaligen Mitarbeitern des Bruno Gmünder Verlag erarbeitet wurden - selbstverständlich ohne zu fragen oder sich ein Einverständnis einzuholen - - sämtliche ihm gefallende Details für diesen Artikel herausklaubt. Natürlich auch sämtliche Verweise auf Artikel und Belege, die in brunoleaks erstmals in dieser Form veröffentlicht wurden Und selbstverständlich unter Weglassung aller unangenehmer Tatsachen, John D. Stamford betreffend und Bruno Gmünder (Bruno Gmünder Verlag) betreffend.

Wir behalten uns weitere Schritte vor ... Urheberrechte usw.

Erläuterung: Aus der 'Versionsgeschichte' jedes Wikipedia-Artikels lassen sich sämtliche Artikel-Detail, alle Korrekturen und Veränderungen sowie Autoren minutiös für jedermann nachvollziehen. 

Und als hätte man es im Urin gespürt, taucht Wikipedia-Autor Shownstay am 20. August 2011 dann auch als Korrektor in dem Wikipedia-Artikel Spartacus International Gay Guide auf.

Da zu erwarten ist, dass demnächst auch an diesem Wikipedia-Artikel herumgedoktert wird, veröffentlichen wir hier die Wikipedia-Version vom 31.07.2011

Wikipedia-Artikel-Version, Stand 31.07.2011



Montag, 22. August 2011

Bruno Gmünder, John D. Stamford und der >Spartacus International Gay Guide< ... 7.Teil und (vorläufige) Schlussfolgerungen.

Bruno Gmünder (55) und John D. Stamford (45)
Die Geschichte des 'Spartacus Gay Guide' wurde bisher nicht geschrieben. Das hat Gründe, die hier beschrieben und dokumentiert werden. Dabei ist sie (sogar nur von 1970-1987) spannend, turbulent und so umfangreich, dass sie einen einzelnen Blog-Eintrag sprengen würde. Deshalb veröffentlicht brunoleaks die Geschichte und die Hintergründe in mehreren hintereinander folgenden Teilen.
Da schon während der Recherchen immer wieder neue und sogar gegenteilige Fakten auftauchten, aber auch nachträglich ergänzende Kenntnisse und Erkenntnisse von Insidern eingingen und sicherlich noch eingehen werden (z.B. von Lesern), sei an dieser Stelle daran erinnert, dass Einträge in diesem Blog grundsätzlich auch ergänzt, selbstverständlich richtig gestellt, korrigiert oder gekürzt werden können.Das hier auftauchende Dauer-Thema ‘Pädophilie’ dient nur einem Zweck, nämlich zur Erläuterung der ‘Spartacus’-Fakten und -Hintergründe. Im übrigen erhebt auch dieser Blog-Beitrag weder Anspruch auf Allwissenheit, noch auf Vollständigkeit. Interessenten stellen wir gerne Artikel-Kopien in hoher Auflösung zur Verfügung, z.B. wenn Textabbildungen hier nur ungenügend lesbar sind.


Fortsetzung vom (anklicken)  6. Teil, 1987-2011

Die sogenannten "Medienskandale" sind ein einziger, unendlicher Stamford-Spartacus-Skandal.

In dem Absatz "Geschichte" beim Stichwort 'Spartacus' heisst es in ‘Wikipedia’:

"In den 30 Jahren seines Erscheinens überlebte der Spartacus einige Medienskandale. Die meisten der Anschuldigungen basierten auf der mehrfach vor Gericht widerlegten Annahme, dass der Reiseführer von kriminellen Pädophilenringen verwendet werden könnte. Zwei größere Streitfälle wurden mit dem französischen Fernsehsender TF1 und der französischen Publikation Société Presse – Alliance SA - ausgetragen, wo die Anschuldigungen so weit gingen, dass der Spartacus sexuellen Kindesmissbrauch fördere."

Auch wenn brunoleaks nicht alle irgendwann und irgendwo auf der Welt erschienenen Artikel, nicht alles, was irgendwann und irgendwo in der Gay Presse publiziert wurde, und schon gar nicht die Anklagen gegen John D. Stamford und die Urteile bzw. Freisprüche kennt, so erlauben wir uns dennoch, diesen ‘Wikipedia’-Text als vorsätzliche, gezielte Irreführung und Vertuschung zu bezeichnen. Da der Text konkrete Zahlen nennt (die seit Jahren weltweit als angeblich korrekte Zahlen verbreitet werden), darf davon ausgegangen werden, dass der oder die Autoren aus dem Verlag bzw. von Bruno Gmünder selbst oder aus dessen Umfeld stammen.

Tatsächlich jedoch waren Stamford, ‘Spartacus’ und der (schwule) Pädo-Tourismus, spätestens ab 1981 und in sämtlichen Folgejahren, wiederholt Thema in der britischen und niederländischen Presse. Ferner (zumindest auch) in der Presse der Philippinen und Sri Lankas. Dem Spartacus-Guide wurde bereits 1981 von der UN in Genf vorgeworfen, für die Ausbeutung von Kindern in Thailand, Sri Lanka und auf den Philippinen verantwortlich zu sein. Da der ‘Spartacus’ in den Niederlanden herausgegeben wurde, wurde der Vorwurf gegen die Niederlande erhoben: wegen Förderung von

 Ausbeutung und Sklaverei in Ländern der Dritten Welt. Die Niederlande wurden zu einer Stellungnahme aufgefordert, die den UN jedoch erst 1985 oder 1986 vorlag. Diese Stellungnahme kam einer Untersuchung des Sex-Tourismus gleich, wobei sich die Niederlande (selber) von allen Vorwürfen freisprach. Auch wurde darin kein Verbot von Stamfords Guide gefordert.

Mit dem Wort "Medienskandale" betreiben die ‘Wikipedia’-Autoren  Irreführung, Verharmlosung und Legendenbildung. Sie wollen dem Leser weiss machen, John D. Stamford war ein unschuldig verfolgter Homosexueller ... gehetzt von den Medien, denen es ausschliesslich um  Auflagensteigerung ging. Nach ‘Wikipedia’-Lesart waren nicht die pädophilen Interessen, Verquickungen und Geschäfte des John D. Stamford skandalös, sondern dass Medien - wohl möglich überzogen - darüber berichteten. Tatsächlich jedoch durchziehen die pädophilen Neigungen und die Pädo-Geschäftsinteressen des John D. Stamford seine gesamte Lebensgeschichte - und damit die des ‘Spartacus’, zumindest bis 1987. Und setzten sich bis zu seinem Lebensende in Belgien fort.

Die pädophilen Verquickungen und Geschäftsinteressen Stamfords sowie die breite öffentliche Berichterstattung darüber, waren aber nur ein Grund von vielen, dass ihm gar nichts anderes übrig blieb, als seine "Erfindung" ‘Spartacus’ an den Bruno Gmünder Verlag - erst in Teilen,  letztendlich komplett - abzugeben. Es war der einzige schwule Verlag in Europa, von dem er vermutete, dass er die finanziellen Mittel zur Fortführung des Titels besässe und ihn noch irgendwie an der sprudelnden Spartacus-Bargeldquelle teilhaben lassen könnte. Unternehmer Stamford, der herumreisend seine Forderungen bar einzukassierten pflegte, hatte darüber hinaus aber noch diverse andere Probleme: ausstehende  Gehaltszahlungen, Verschwendungssucht, unternehmerische Unfähigkeit und - daraus schlussfolgernd und am schlimmsten - mit dem Finanzamt. Und er hatte nicht nur mit seinen bösen Mitarbeitern Probleme (wie er gebetsmühlenartig überall beklagte), sondern - wie sich aus unserer Zusammenstellung ergibt - fast alle seine Mitarbeiter hatten auch gewaltige Probleme mit ihm.


‘Gay Journal’ 7/1985, Seiten 4+5. Wir haben diesen Artikel in einer so hohen Auflösung in das Blog gestellt, damit ihn jeder Interessierte in seiner ganzen Länge lesen kann (Bild anklicken). Der haarsträubende Bericht über Stamfords Geschäftspraktiken bezieht seine Informationen aus De Gay Krant; die bekannte holländische Schwulen-Zeitung hatte mit Stamford, seinen (Ex)Mitarbeitern und Spartacus-Inserenten Interviews gemacht.

Stamford macht - u.a. - für alle Probleme seine Mitarbeiter verantwortlich „ ...Ich will nie mehr schwule Mitarbeiter haben. Sie sind total vertrauensunwürdig...“ Dieses Gejammer über all die Bösen rings um ihn herum, Vorwürfe, Unterstellungen und Frontalangriffe auf Mitarbeiter, findet man mit schöner Regelmässigkeit, sowohl in seinem 'Spartacus Magazin' als auch in einigen Vorworten des 'Spartacus Gay Guide'. Offensichtlich war der Mann auch in Sachen Menschenführung völlig ungeeignet.

Unter anderem in den Ausgaben 1970 und 1975 des 'Spartacus' behauptet John D. Stamford, vor Herausgabe des Spartacus „...eine Rolle in der Kampagne für die Gesetzesänderung in Grossbritannien (1967) ...“ gespielt zu haben. Eine Passage, die von schwulen Medien immer wieder gerne übernommen wurde, für die wir bei unseren langwierigen Recherchen jedoch nicht den geringsten Anhaltspunkt fanden. Auch der sonst so viel schreibende Stamford hat sich darüber nie ausgelassen.
Überdies scheint John D. Stamford ein phantasievoller Märchenerzähler gewesen zu sein. Insider bezweifeln zum Beispiel, dass er Priester war bzw. je an einem Priesterseminar war, Angaben zur Person, die selbst von nicht-schwulen Medien bei jeder Gelegenheit wiedergekäut wurden. Einem englischen brunoleaks-Leser, der ihn persönlich kannte, erzählte er, dass er in den Jahren um 1964 in (Kingston upon) Hull, in der heutigen Grafschaft Yorkshire and the Humber, gelebt und als Handelsvertreter gearbeitet hätte. Das ist ziemlich genau jener Zeitabschnitt, währenddessen er angeblich Seminarist bzw. Priester war.
Der gleiche Leser beschreibt Stamford als witzigen Unterhalter und zugleich zynischen Zeitgenossen - mit einem 'bösen englischen Humor' - der überdies ein fotografisches Gedächtnis besass. Übrigens redete Stamford über Bruno Gmünder (in Abwesenheit) gerne als "The Emperor" und über Christian von Maltzahn als "The Empress".

John D. Stamford hat (wie sollte es anders sein?) seinen Teil zur Vertuschung und Legendenbildung beigetragen - siehe diesen Brief, dessen zweiter und dritter Absatz ein einziges Lügenmärchen ist. Ganz offensichtlich gehörte er zu jenem Typ Mensch, der die Verantwortung ausschliesslich bei anderen, aber nie bei sich selbst sucht. In der stamfordschen Lesart, hatte man einen Heiligen Ritter der Schwulenszene fertiggemacht.

16. = 1. Spartacus im Bruno Gmünder Verlag
 „ ... Ein Zusammenwirken von Sabotage im Innern - seitens untreuer Angestellter - sowie Angriffen von ausserhalb zwangen mich in ein auswegloses Dilemma ...Ich war gezwungen ... in einem anderen Land Zuflucht zu suchen ... „

Und Bruno Gmünder, der  noch weit mehr wissen dürfte, als was hier für brunoleaks zusammengetragen wurde, hat  - selbstverständlich - J.D. Stamfords Brief an die Leser des Spartacus 1987 ungeniert abgedruckt. Bruno Gmünder und sein Verlag hatten allen Grund, die wahren Fakten unter den Tisch zu kehren. Der Titel musste, um wieder Gewinne einfahren zu können, schnellstmöglich aus der öffentlichen Diskussion verschwinden, der Reiseführer vom Pädo-Image und von Pädo-Skandalen befreit werden.

Tatsache ist, Bruno Gmünder verhandelte die Übernahme des 'Spartacus' mit einem bankrotten, u.a. von den Behörden gesuchten Verleger, nämlich als dessen Besitz in den Niederlanden gepfändet und postwendend versteigert worden war. Gmünder verhandelte mit dem Pleitier und Pädosex-Geschäftemacher Stamford, als der Gay Guide - durch Aussetzen der jährlichen Erscheinungsweise und zahlreiche negative Medienberichte - immer mehr an Marktwert und Anzeigenkunden (!) zu verlieren drohte. Siehe „1986 pfändete der niederländische Fiskus den Besitz des Engländers“ 


Der erste im Bruno Gmünder Verlag herausgegebene SPARTACUS beginnt mit einer faustdicken Lüge. Siehe 16. SPARTACUS, Seite 13, Bruno Gmünders ‘Wort an den Leser’. „Die grosse Tradition des SPARTACUS wird mit dieser Ausgabe wieder fortgesetzt ... sämtliche Ländertexte wurden vollständig überarbeitet und aktualisiert ..."

Das ist gelogen. Ausgerechnet die pädo-orientierten Ländertexte der Philippinen (1985 = Seite 594, 1987 = Seiten 557+558) und Sri Lankas

 (1985 = Seite 684, 1987 = Seite 623) - also jener für die unendlichen Pädo-Probleme Mitverantwortlichen des 'Spartacus' - wurden in keinem einzigen Wort verändert, korrigiert, geschweige denn aktualisiert... Gleiches ergab sich beim Vergleich weiterer Ländertexte, vor allem jener von Pädophilen bevorzugter Reiseziele. Es ist müssig - aber würde man sich die Arbeit machen und die beiden Ausgaben (Stamford/Gmünder) Seite für Seite gegenüberstellen, würde man wohl aus dem Staunen nicht herauskommen ...

Diese Behauptung scheint uns nicht zu kühn, denn Stamford und Gmünder hatten in den letzten zwei/drei Monaten des Jahres 1986 verhandelt, während der erste gmündersche 'Spartacus' bereits im Mai 1987 auf dem Markt war. Zieht man einen Monat ab - für Produktion, Filme und Druckplatten herstellen, Imprimatur, drucken, buchbindern - dann bleiben nur lächerlich wenige Arbeitswochen für eine „vollständige Überarbeitung und Aktualisierung“ des veralteten (Stand Ende 1984!) Werkes. Vermutlich hat man die paar Wochen hauptsächlich zur Wiederbelebung alter und Gewinnung neuer Anzeigenkunden genutzt - mit dem Argument, dass der Reiseführer nun in der Regie des 'seriösen' Bruno Gmünder Verlag erscheint, nicht jedoch um den Informationsinhalt zu aktualisieren.

Es kommt aber noch dicker: Ehemalige Mitarbeiter des Bruno Gmünder Verlag berichten, von Anfang an, und über viele Jahre darüber hinaus, arbeiteten nur ein einziger Redakteur und ein Praktikant für den 'Spartacus', die damit total überfordert waren. Mehr noch wurden in den Anfangsjahren die Spartacus-Redakteure fast schon jährlich ausgewechselt. "Es wurde nur geändert bzw. ergänzt, wenn von Spartacus-Nutzern und den sog. Korrespondenten Neuigkeiten eintrafen. Selten nur wurden alte Einträge gelöscht. Ein Grund dafür, warum der 'Spartacus' von Jahr zu Jahr dicker anschwoll. Heute noch findet man Einträge, die von Stamford persönlich stammen (z.B. Kroatien)..."

Im ‘Spartacus Gay Guide’ selbst haben wir keine direkte und spezielle Werbung für Pädo-Touristen finden können. Auch im SPARTACUS Magazin, später SPARTACUS Traveller, kann man nicht gerade von Spezialinformationen für Pädophile sprechen. Allerdings dreht es sich in den Ländertexten dieser Publikationen - speziell bei den von Pädophilen bevorzugten Reisezielen - ausschliesslich um „Boys“ (zwinker! zwinker!), um käuflichen Sex und Vorsichtsmassnahmen des Touristen (um nicht geschnappt, nicht beklaut, nicht erpresst zu werden). Der 'normale schwule Tourist' wird mit diesen Texten überhaupt nicht angesprochen. Und hier finden wir auch das hässliche Vermächtnis, das der geniale Gay-Guide-Erfinder der schwulen Welt hinterlassen hat: Seine permanente Gleichsetzung von Schwulen und Pädophilen.

Allerdings konnte brunoleaks bislang kein einziges jener ‘Portfolios’ auftreiben: „Mit detaillierten Informationen darüber, wo junge Knaben zu finden sind, was man ihnen zahlen muss, die damit verbundenen Risiken und wie man einer Verhaftung entgeht“. Laut ‘Sunday Times’ hatte sich der Reporter Mazher Mahmood so ein ‘Portfolio’ besorgt - über Manila und jene phillipinischen Provinzen, die Stamford als „einen Himmel für Kindersex“  empfahl. Nur zahlende „Spartacus-Clubmitglieder“ erhielten diese Spezial-Informationen.

Im 6. Teil dieses Spartacus-Beitrags haben wir ein paar Fakten über Auflagentäuschungen genannt. Ergänzend dazu muss man wissen, dass die tatsächliche Verkaufsauflage dieses Reiseführers zweit-, wenn nicht gar drittrangig ist. Die entscheidende Summe erzielt der Verlag (und erzielte offensichtlich auch schon Stamford) durch die (extrem hohen) Anzeigenpreise. Um dem Leser eine Vorstellung zu vermitteln, haben wir den 29. 'Spartacus' 2000/2001 durchgearbeitet.

1.316 Seiten umfasst der Innenteil des Reise-
          führers (ohne Einleitung), davon sind
     19 Seiten Index
       9 Seiten Verlags-Eigenwerbung
460 Seiten kommerzielle Anzeigen = 35% bezahlte Anzeigen
ca. 15 Seiten Füllanzeigen wie AIDS-Hilfe, AIDS-
          Warnung, Euro-Umrechnungsanzeigen und
          World-Wide-Spartacus-Advertising-Anzeigen
=  503 Seiten = 38,2%
    813 Seiten verbleiben für
           Reiseführer-Informationen = 61,8 % Inhalt
Hinzu kommen 9 - teils vierfarbige - kommerzielle Anzeigen auf Umschlag- und Vorsatzseiten.

Es gibt zahllose Doppelseiten, die ausschliesslich mit Anzeigen vollgestopft sind oder maximal 18 kurze "redaktionelle" Zeilen enthalten.

Die beiden (mehr oder minder) schwulen Unternehmer / Verleger - John D. Stamford  und Bruno Gmünder - weisen eine Reihe erstaunlicher Gemeinsamkeiten auf. Beide haben sich in der schwulen Welt, bei ihren Fans und Kunden als Vorkämpfers für die schwule Minderheit inszeniert, als unermüdliche wagemutige Pioniere fürs Coming-Out, für Gleichstellung und Gleichberechtigung.
Bruno Gmünder, der AIDS-Hilfe-Mitbegründer, „seine tiefe Verwurzelung mit der schwulen Szene auch abseits unternehmerischer Aktivitäten“, der „Wegbereiter schwuler Emanzipation“, der mit den immer gleichen Schlagworten das Bild des schwulen Saubermann und Gutmenschen von sich zeichnete: „gesellschaftlich fortschrittlich, ästhetisch-sinnlich und schwules Selbstbewusstsein“ ...
Wird man Bruno Gmünder in seinen Anfangsjahren (mit Christian von Maltzahn) noch echtes Engagement zugestehen (siehe TORSO), mutierte all das - mit wachsendem Verlag, wachsendem Umsatz und wachsendem Gewinn - zu puren Spruchblasen. In Folge ging es Gmünder um Expansion, um „Kohle machen“ und in seinem Unternehmen, wie auch in der Schwulenwelt, den generösen Gönner und den „grossen Maxe“ zu spielen. Die Übernahme des rufgeschädigten ‘Spartacus’ war ein wohl kalkulierter, genialer Schachzug. Ein Schnäppchen diesen Aussmasses macht man nur einmal im Leben. Das an sich wäre okay, wenn er sich nicht - bis heute - als schwuler Idealist produzieren würde, der er nicht ist! Details dazu finden sich viele in brunoleaks.


John D. Stamford agierte mit der gleichen Image-Masche, wobei seine geschäftliche Konzentration auf die Zielgruppe Knabenliebhaber schamlos, seine Äusserungen über Angebot und Verfügbarkeit von Dritte-Welt-Knaben widerwärtig und perfide waren. Er über sich: " ... hat viel durchgemacht bevor er den 'Spartacus' begründen konnte ... hat sich eine tiefe persönliche Philosophie und Geistigkeit ausgearbeitet ... ist seinen Verpflichtungen, für die anderen zu sorgen, völlig zugetan... Stamford hatte es sich zum Ziel gesetzt eine >bessere Welt für Schwule< mitzugestalten, gegen die versteckte Einsamkeit anzukämpfen". Dabei ging es ihm - so das Bild nach unseren Recherchen - immer nur um Geld, Machtgehabe und Triebbefriedigung. Zeitlebens inszenierte er sich als armer (!) schwuler Robin Hood, ständig verkannt und verfolgt, ständig von Lügnern und Dieben umgeben. Bei Übergabe des 'Spartacus' an Bruno Gmünder erklärt er den (für ihn so gewinnträchtigen) Reiseführer zur "Institution", für die er "gekämpft" hab. Ein schwuler Heroe!

Beide - Stamford und Gmünder - pflegten einen erstaunlich eigenwilligen Umgang mit (vielen ihrer) Angestellten. Im Gegensatz zu Stamfords Ex-Mitarbeitern, die sich in schwulen Publikationen verschiedentlich noch äussern konnten, hat es in Deutschland keine schwule (oder nicht-schwule) Publikation je gewagt, Gmünders Ex-Mitarbeiter oder einen der ungezählten Redakteure zu befragen bzw. öffentlich zu Wort kommen zu lassen. Bruno Gmünder und seine Unternehmungen wurden nie von irgend jemandem öffentlich kritisch hinterfragt. Um Interviews mit Ex-Gmünder-Angestellten bemühte sich brunoleaks bisher vergeblich. Die einen fürchten selbst heute noch Gmünders Rache-Anwälte. Andere winkten ab „das sind doch alte Geschichten“.

Im Gegensatz dazu sind beide - Stamford und Gmünder - permanent und lauthals - von abfällig und herabsetzend bis bösartig - über alle hergezogen, die ihnen (vermeintlich) in die Quere kamen (Konkurrenten), die sie kritisierten - Gmünder nochmal so richtig auf die Pauke hauend in seinem Abschieds-Interview in der taz, während Stamford sogar über ganze Regierungen herzog. Und alle, die ihnen Böses wollten (Mitarbeiter, Arbeitnehmervertreter, Menschenrechtsorganisationen, Kritiker) .... Dabei produzierten sich beide als Moralisten - Ex-Mao-Gmünder, der anfangs giftend über schwule Pornographen und Pornoproduzenten vom Leder zog, und Stamford als „Mr Super-Morality“, wie ihn David Roper vom Londoner EVENT Magazine nennt.

Was dem einen sein irgendwie peinliches, höchst ungern erwähntes Pornogeschäft war (Gmünder), war dem anderen sein öffentlich herausposauntes pädophiles Steckenpferd (Stamford).

Und während der eine Unternehmer, einer der zehn mächtigsten Schwulen aus Deutschland, noch in seinem Abschieds-Interview in der taz damit prahlt, dass ihm die (jungen, auf Festanstellung hoffenden) Volontäre einen geblasen haben, hat der andere (Stamford) junge Jobsuchende zu sexuellen Handlungen gedrängt (gezwungen). So also sieht das Idealbild des schwulen Unternehmers aus: Chefs, die sich an Lohnabhängigen abreagieren.

John D. Stamford, der die geniale Idee des ‘Spartacus Gay Guide’ hatte, existiert im Internet quasi nicht; einzig der mehrfach hier erwähnte Blog-Eintrag von Peter Thommen/ARCADOS, 11/2006. Wenn der Name Stamford in Zusammenhang mit dem ‘Spartacus’ dennoch auftaucht, dann nur als Fussnote. Auch Stamfords Ende wurde von der schwulen Welt nicht mehr zur Kenntnis genommen.

Weiterlesen: Shownstay kupfert seinen kompletten Wikipedia-Artikel über John D. Stamford schamlos aus brunoleaks ab. Und mehr...

Damit endet dieser 7-teilige Blog-Eintrag zunächst einmal. Wir danken ganz besonders den Informanten. Und wir danken für das unerwartet grosse Interesse. Sollten neue, zusätzliche Fakten und Informationen eintreffen, werden wir das Blog ergänzen oder um weitere Einträge bereichern.