Donnerstag, 19. April 2012

Das Erbe des Bruno Gmünder: 25 Jahre Kampf gegen Bareback-Sex sind genug. Tino Henn will endlich bei Bareback-Pornos mit absahnen.


"Man muss erkennen, wie die Suppe langsam aus dem Mund und aus dem Arsch herausläuft. Dann ist es richtig geil und es gibt die Kohle. Die Leute lieben das!" Mit dieser Aussage eines "bedeutenden russischen Produzenten für Gay-Vollerotik" beginnt der Beitrag "Welcome to Bareback City" im  schwulen Magazin DU & ICH EXTRA Nr. 21, Ausgabe August/September 2006, Seiten 38 bis 43.

Ein Beitrag über den gewissenlosen Einsatz osteuropäischer Jungen für die Produktion schwuler Bareback-Pornos. Thema: Für Peanuts vögeln Jugendliche um ihr Leben.

U.a. steht in dem Artikel diese Zeile: "... Firmen wie ... Bruno Gmünder ... kaufen das Material aus Osteuropa und vermarkten es ... "

Auf einer ganzen Gegendarstellungs-Seite wehrt sich und widerspricht Verleger Bruno Gmünder: "... [das] widerspricht unserer Verantwortung als schwule Männer für uns selbst, unsere Partner und unsere Community... haben wir Bareback-Filme immer abgelehnt... Bareback ist Spaß ohne Rücksicht auf den Partner und Verluste, Bareback ist Lust ohne Zukunft,  Sex ohne Verantwortung..." 

Gmünder, dessen Lebenspartner 1997 nach schwerem Kampf an Aids verstarb, hatte sich seit 1983, als er die "Deutsche A.I.D.S.-Hilfe e.V." mit begründete, gegen kondomlosen Sex engagiert. Dieses Engagement war, wie mehrfach in diesem Blog nachgewiesen, zwiespältig.

U.a. feuerte er - in bekannt gmünderscher Gutsherrenart - Pornoproduzenten aus seinem Laden und liess Anlieferungen schwuler Magazine, in denen u.a. zwei/drei Bareback-Filme vorgestellt wurden - kommentarlos und ohne Vorwarnung auf Kosten der Lieferanten zurückgehen ... während gleichzeitig - sowohl im Handelsprogramm wie auch in seinen Läden - weiter Bareback-Pornos feilgeboten wurden.

Ich weiss nicht, wieviele Pornodarsteller und - darstellerinnen wegen Aids sehr früh ihr Leben liessen. Es waren viele. Sehr viele. Und immer noch infizieren sich Sexfilmdarsteller mit HIV. Denn das Bareback-Porno-Geschäft brummt. Nicht nur im schwulen Bereich werden weltweit Ahnungslose, zumeist mit lächerlichen Honoraren geködert, und zum Ficken ohne Kondome vor die Kameras gelockt.

Das Genre Bareback-Pornos ist eines der wenigen, das dem Sex-Handel noch handfeste Gewinne einfährt.

Meldung vom Januar 2012: Mit überwältigender Mehrheit hat der Stadtrat von Los Angeles die Verordnung "Sicherer Sex in der Erwachsenen-Film-Industrie" verabschiedet. Will sagen: Kondompflicht für Pornodarsteller.


In dieser Situation empfindet der Vorsitzende Geschäftsführer der Bruno Gmünder Mediengruppe, Tino Henn " .. die sog. Bareback-Debatte [als] völlig entglitten", stellt die dummfreche Frage "Was ist Bareback überhaupt?" Und beantwortet sie mit "Die Entscheidung, wer welchen Sex hat, liegt bei jedem selbst. Wir möchten unsere Kunden nicht entmündigen..."

Tino Henn: "Unsere Unternehmen werden daher zukünftig die Sortimente um Pornos erweitern, in denen Männer ohne Kondome Sex haben."

Schöner und wortreicher lässt sich kaum erklären, wie man seinen sinkenden Umsatz wieder zu steigern gedenkt.

25 Jahre lang haben die Unternehmen des Bruno Gmünder ihre Kundschaft entmündigt. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Interessant immerhin, dass Tino Henn ausgerechnet mit dieser fantastischen Neuigkeit (Heute erkläre ich meine Kunden für volljährig) nicht vor die Presse gegangen ist. Wahrscheinlich stand der Regierende Berliner Bürgermeister Wowereit als nützlicher Nachrichtenüberbringer gerade nicht zur Verfügung. Auch im allwissenden schwulen Nachrichtendienst Queer.de kein Wort.

Es handelte sich nämlich um eine Mitarbeiterinformation "nur für interne Zwecke", sozusagen streng geheim.


Die schwulen Bareback-Porno-Produzenten können aufatmen.

Die dummen, geldgierigen Bareback-Darsteller brauchen sich über Rente und Alzheimer nicht mehr den Kopf zu zerbrechen.

Auch der unter sexuellem Volldampf stehende Jungschwule möge doch bitte hennsche Mündigkeit und Aufgeklärtheit an den Tag legen.


Wie sagen Unternehmer gerne, wenn sie sich verabschieden: "Wünsche gute Geschäfte, Herr Henn!"


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