Freitag, 25. November 2011

Der Lebenslauf des Bruno Gmünder - oder - Was über den schwulen Verleger in Wikipedia NICHT steht...


... auch nicht bei Google u.ä. Suchmaschinen, auch nicht im Schwulenverzeichnis OUT! und schon gar nicht in der "taz" oder schwulen Magazinen à la "Männer".

29. Juni 1956
Geburt Bruno Gmünder in Spaichingen am Dreifaltigkeitsberg (bei Trossingen, Baden-Württemberg)

Ein ebenso fehlerhafter wie schöngefärbter Lebenslauf des schwulen deutschen Verlegers steht (erst seit der 4. Auflage!) in OUT!, dem biografischen Verzeichnis berühmter schwuler, lesbischer und bisexueller Menschen (Querverlag, Berlin)

Details: Sogar OUT! - das Who's Who der lesbischen, schwulen und bisexuellen Welt - reduziert Bruno Gmünder auf den edlen Verleger ...

1961 bis 1974
Internatsschüler
Chefredakteur der Schülerzeitung 'Intern' (laut OUT!)

1975-1978
München
Bruno Gmünder lebt in einer WG. Jurastudium an der Ludwig-Maximilians-Universität, Studienabbruch nach 3 Semestern, Zitat Gmünder: Dann hatte ich "alles gelernt, was ein Jurist wissen muss" (Kommentar am 18.5.2011 in brunoleaks)

Maoist, Mitglied Rote Hilfe München, Mitarbeit beim linken Münchener BLATT, Engagement bei amnesty international und in der Gefangenenhilfe (u.a. für die Freilassung des verurteilten Pädophilen Peter Schult).

Gmünder: "...Ich war ja bis 1987, bis ich 22 war, nicht schwul. Ich war links. Ich hatte auf dem Internat Lenin, Stalin und Marx an der Wand hängen, sass in Stammheim in den Verhandlungen..." (taz 18.6.2011)
Details: Bruno Gmünder, vom Maoist zum Millionär

1978
Bruno Gmünder geht nach Berlin und lernt hier seinen Lebensgefährten Gerd-Christian Freiherr von Maltzahn (28.1.1956 - 3.4.1997) kennen.

Laut Wikipedia lebte Maltzahn ab 1976 in Berlin. Dort studierte er Jura und war Schwulenaktivist in der Homosexuellen Aktion Westberlin (HAW), wo er an der Aktion Wir sind schwul. 682 Männer outen sich teilnahm.

ab 1979
ist auch Bruno Gmünder Mitglied in der bereits 1978 gegründeten Prinz Eisenherz Buchhandlung.
In der History dieser ersten schwulen Buchhandlung Deutschlands taucht der Name Bruno Gmünder nicht auf. Der Laden möchte sich sogar noch im Jahr 2011 "aus juristischen Gründen" nicht dazu äussern.

Details: Warum kommt der Name des weltberühmten schwulen Verlegers Bruno Gmümder in der History des Prinz Eisenherz Buchladens nicht vor?

1981
gründen Gerd-Christian von Maltzahn und Bruno Gmünder in Berlin den Bruno Gmünder Verlag, in dem beide gleich anteilig Gesellschafter auch Geschäftsführer sind, unter dem Motto: „Wir sind homo, wir machen homo und wir wollen dem Homo zum Buch verhelfen.“

Als erste Publikation erscheint der schwule Stadtführer Berlin von hinten. Die Idee zu dem Serien-Titel stammt von Berthold Spangenberg, zu jener Zeit Inhaber des Heinrich Ellerman Verlag. Die erste Auflage von 5000 Stück war zu einem Preis von 10 DM innerhalb von vier Wochen ausverkauft.

1982
verlegen Gmünder und Maltzahn - unter Vermittlung von Berthold Spangenberg - Der fromme Tanz, den frühen schwulen Roman von Klaus Mann.

Im gleichen Jahr starten sie mit Michael Föster und Theo Düppe das schwule Magazin TORSO, einen "Mix aus Lifestyle und politisch-engagierten Journalismus". Über das Magazin existiert kein Wikipedia-Eintrag und es wird, nach seiner Einstellung 1983, von Verlag und Verleger Gmünder nur noch ungerne erwähnt.

Das hat Gründe: TORSO ist nie im Bruno Gmünder Verlag erschienen, sondern in einem "Ableger" namens Quadro-Verlags-GmbH (Sitz im Bruno Gmünder Verlag) und landete schon mit der 5. Ausgabe (1/1983) - im Torso-Verlag, Essen. Gmünder und Maltzahn schieben das schwindsüchtige Objekt an Michael Föster ab...

Details: Warum über den Verlags-Flop - das schwule Magazin TORSO - quasi nichts mehr zu finden ist.
Details: Wie der schwule Verleger Bruno Gmünder seine Biographie "glättet"

1982-1987
In diesen Jahren gebärdet sich Bruno Gmünder auf dem bundesrepublikanischen Parkett als DER grosse schwule Moralist. Mit seinen engagierten, seriösen Publikationen im Rücken (in TORSO wurden nur wenige, anspruchsvolle Aktfotos veröffentlicht) zieht er lauthals gegen schwule Pornomacher, -produktionen, und -vertriebe zu Felde. Hintergrund dafür dürfte u.a. sein, dass der Vertrieb schwuler Medien in jenen Jahren in der Hand eines, den gesamten schwulen Markt beherrschenden Pornovertriebs lag (siehe: Georg Guhert †), mit dem sich der Bruno Gmünder Verlag anlegte.

Rund 25 Jahre später - 2011 - inzwischen mit 5 eigenen bundesweiten Sex-Shops, einem eigenem Porno-Vertrieb, eigenen Pornomagazinen und einer Pornoproduktions-Beteiligung (Cazzo), erklärt Porno-Millionär Bruno Gmünder: "Wir haben erst 2000 mit Pornos angefangen (Lüge!!!!!) ... Pornos sind für mich als schwuler Mann von Bedeutung. Ich werde von anderen über meine Sexualität definiert und finde es wichtig, sie weiter zu entwickeln und zu definieren - auch mit Hilfe von Pornos. Wer, wenn nicht wir, soll denn die Fantasien, die wir haben, bunt ausmalen." (taz 18.6.2011)

Details zu "Lüge" und dem taz-Interview: Die taz bietet dem schwulen Selbstdarsteller zum Abschied noch einmal pralle zwei Seiten zur selbstgefälligen Selbstdarstellung. Empfehlung: taz abbestellen!
Details: Die Pornoproduktion des Bruno Gmünder Verlag "für erstarkendes schwules Selbstbewusstsein"

23. September 1983
Elf Personen gründen in Berlin die "Deutsche A.I.D.S.-Hilfe e.V." Einer von ihnen ist Bruno Gmünder, was er (positiv Image-bildend) seit der Vereinsgründung, über 28 Jahre lang, als "Aushängeschild" vor sich her trägt. Kein anderes Gründungsmitglied hat sich je derart penetrant mit seiner damaligen Initiative geschmückt.
Details: Wie der schwule Verleger seine Biographie "glättet"
Details: Was die Schwulen niemals vergessen dürfen.

Dezember 1986
übernimmt Bruno Gmünder den Spartacus International Gay Guide von dessen Gründer John D. Stamford.

In brunoleaks erscheint die ganze Geschichte - des Spartacus, von seinem Gründer Stamford und wie Bruno Gmünder das Schnäppchen seines Lebens machte - in sieben umfassend recherchierten, umfangreichen Teilen (diese Posts gehören zu den meistgelesenen/gegoogelten im Blog brunoleaks):


November 1987
erscheint die erste Ausgabe von MÄNNER, "Heisse Männer, scharfe Fotos, aktuelle Kontakte", ein Softporno-Pin-up-Magazin randvoll mit Fotos halb-eregierter US-Porno-Modelle (aus dem Porno produzierenden US-Verlag LPI Media), vollgestopft mit Kontaktanzeigen und Eigenwerbung. Das Heft, das sich höchstwahrscheinlich wie warme Semmeln verkauft, muss 1989 erzwungenermassen eingestellt werden ("jugendgefährdend")

Details: Wie Bruno Günder von 1987-1991 das "schwule Selbstbewusstsein entfaltet".

17.7.1988
eröffnen Bruno Gmünder und Christian von Maltzahn im Berliner Ku'damm-Eck ihren ersten Sex-Shop namens bruno's (im Gmündersprech werden diese Läden als 'Mediathek' bezeichnet), der in Folge, mit 5 weiteren Läden in Berlin, Hamburg, Köln und München, eine Gmünder-Sex-Shop-Kette bildet.

Details: 1988: Bruno eröffnet bruno's, seinen ersten Sex-Shop

1989
folgt

1996
kommt das Magazin "Männer" als Männer aktuell wieder auf den Markt (wird zwischendruch wieder in Männer umgetauft, heisst zeitweise M Männer und derzeit wieder Männer). Es entwickelt sich zum auflagenstärksten deutschen Schwulenmagazin und tritt - auch als erstes und einziges schwules Magazin - ab Ausgabe 6/2001 der Auflagenzahlen-Prüfgemeinschaft IVW bei.
Aber schon zum Jahresende 2003 muss die Publikation den IVW wieder verlassen. Die verkaufte Auflage erreicht lt. letztem IVW-Stand nur noch knapp 8.000 Exemplare. Im Jahr 2014 (Chefredakteur David Berger) nennt das Onlineportal queer.de - unwidersprochen - eine Verkaufsauflage von (schlappen) 4.000 Exemplaren.

Details: Schamlose Auflagen-Hochstapelei (auch) im Bruno Gmünder Verlag


am 3. April 1997
stirbt Gmünders Lebenspartner Gerd-Christian Freiherr von Maltzahn an AIDS.

Maltzahn in Wikipedia
Details: Christian von Maltzahn ganz privat...

9. Juli 1997
Kleinunternehmer (à la Bruno Gmünder) mögen Betriebsräte überhaupt nicht

2001
lernt Bruno Gmünder "Nico" kennen, der als Herbert Engel in einigen Pornofilmen von CAZZO mitgewirkt hat, u.a. in bONKING bERLIN bASTARDS, Wilde Ferien, Casting Couch ...

Laut taz-Interview vom Juni 2011 war/ist Gmünder eigentlich gegen die "Homo-Ehe", erklärt aber - im gleichen Interview - ein paar Fragen später: "...Ich habe einen Mann..." Sie sind also doch verpartnert? "...Wir sind jetzt zehn Jahre zusammen. Und jetzt wollen wir uns verpartnern." (taz 18.6.2011)

Details: Bruno Gmünder und die Homo-Ehe

Dezember 2004
Stellvertretend für die kommerzielle Ausrichtung des Magazins Männer steht die Ausgabe 12/2004. Die 116 Seiten Umfang enthalten 38 Seiten Eigen- und Fremdanzeigen, Callboy- und Telefonsexanzeigen plus Kleinanzeigen. Summe summarum sind 1/3 des Heftes reinster Kommerz.

Juni 2005
In Männer 6/2005 zieht Bruno Gmünder über schwule Politschwuchteln und Miesmacher (mit zu kleinem Schwanz) her. Solche undifferenzierten Ausfälle sind sein Markenzeichen.

2006
Erfolgreiche Einführung des Reisemagazins Spartacus Traveler.

am 17. Juli 2008
erscheint in der 110. Ausgabe des Magazins Buddy der Artikel "Bruno's Big Bareback-Heuchelei", der mit aktuellen Aufnahmen von bruno's Verkaufsregalen nachweist, dass in den Sex-Shops des Bruno Gmünder (des engagierten AIDS-Hilfe-Gründers!) auch jede Menge Bareback-Filme angeboten werden, obwohl Bruno Gmünder und sein Geschäftsführer Michael Taubenheim sich schon 3 Jahre zuvor gegen eine ähnliche Bareback-Behauptung verwahrt haben (Du & Ich, 9/2006, S. 33).

Details: Über das Geschäft mit schwulen Bareback-Pornos - und die Rolle Bruno Gmünders, Mitbegründer der Deutschen AIDS-Hilfe.
Details: "Bareback ist die Propagierung unsafen Verhaltens"... und wurde bis 2008 in bruno's Sortiment angeboten.
Details: Bruno Gmünder: "Unsere Verantwortung als schwule Männer ... haben wir Bareback-Filme immer abgelehnt"
Mehr: Schmeisst Bruno Gmünder jetzt das Bareback produzierende Pornolabel Bel Ami raus?

2009
bringt Bruno Gmünder das 200 Seiten starke Magazin Männer Body heraus. Ein Flop - es erscheint nur eine Ausgabe.

September 2010
Das Blog schwul und satirisch macht publik, dass der queer.de-shop und bruno's online-shop - bis auf Webadresse und Header - 100% identisch sind.

Details: Queer.de und Bruno Gmünder. Eine ganz entzückende Liaison.
Details: Es steht keinesfalls überall drauf, wo Bruno Gmünder dreinsteckt.

Nachdem Bruno Gmünder 90% desVerlages in 2011 verkauft, wird diese erstaunliche Verquickung des wohl meistfrequentierten schwulen Nachrichtenportals mit dem grössten deutsche Schwulenverlag (stillschweigend) beendet.


März 2011
erklärt das schwule Magazin M (Männer), herausgegeben im Bruno Gmünder Verlag, seinen eigenen Verleger und Herausgeber zu "einem der zehn mächtigsten Schwulen aus Deutschland".

Mehr über seine Lebenswerk-Selbstwürdigung: Bruno Gmünder erklärt sich zu einem der 10 mächtigsten Schwulen aus Deutschland

März 2011
tauchen Gerüchte auf, dass Bruno Gmünder seinen Verlag oder Teile verkaufen und sich aus dem Geschäft zurückziehen will.
Details: Das Führerhauptquartier (Kleiststrasse 23-26) meldet
Mehr: taz vom 12.4.2011: Doch jetzt soll Schluss sein mit der Verlegerkarriere

8. April 2011
Nur 6 Wochen nach dem Start von brunoleaks berichtet das Blog samstagisteingutertag.wordpress über uns.
Details: Im Hause Gmünder dürfte man von "Brunoleaks" wenig begeistert sein.

3. Juni 2011
Bruno Gmünder zieht sich nach 30 Jahren aus seinem Verlag zurück. Er verkauft 90% seiner Geschäftsanteile am Bruno Gmünder Verlag GmbH, der Bruno Gmünder Handels GmbH und der Spartacus Holding GmbH an Nikolaus Reis, Tino Henn und Michael Taubenheim.

Besitzerwechsel-Details: Bruno Gmünder Verlag GmbH, der Bruno Gmünder Handels GmbH und der Spartacus Holding GmbH
Mehr: Die taz bietet dem schwulen Selbstdarsteller zum Abschied noch einmal zwei Seiten zur selbstgefälligen Selbstdarstellung.
31 Kommentare zum taz-Artikel: taz-Reklame vom 16. Juni für ein Grossmaul: Bruno Gmünder 27 mal abgewatscht.
Der Neuanfang: Offensichtlich bleibt es bei dem alten gmünderschen Homomüllsprech. "Wir wollen ein Sprachrohr für die Community werden", sagt der Neue - Tino Henn.

22. September 2011
Bruno Gmünder engagiert sich - auch finanziell - beim Bündnis gegen den Papstbesuch Der Papst kommt.

Mehr über einen sog. "engagierten schwulen Verleger", der 33 Verlagsjahre lang nicht ein einziges Mal die schwulenfeindliche Organisation "katholischen Kirche" oder anderen homophoben Religionen zum Verlagsthema gemacht hat:

siehe "Bruno Gmünder, der Papst und Das Arschbuch


19. April 2012
Mitinhaber und Geschäftsführer Tino Henn, amtierender Bundesvorstand Deutsche AIDS-Hilfe, ehemals Vorstand AIDS-Hilfe Köln, u.a. tätig im Gesundheitswesen, erklärt in einem Rundbrief "nur für interne Zwecke", dass man nun das Geschäft mit schwulen Bareback-Pornos betreiben werde. (10% Firmen-Anteile besitzt nach wie vor Bruno Gmünder)

Details (und Original-Rundschreiben): 25 Jahre Kampf gegen Bareback-Sex sind genug...

und siegessäule, queernews.at, schwulissimo, queer.de, Männer, taz ... schwule Blogs ... über Bareback Gay Porn im Hause Bruno Gmünder

28. Mai 2014
Insolvenz: Bruno Gmünder Group zahlungsunfähig

29. November 2014
Bruno Gmünder, "einer der zehn mächtigsten Schwulen aus Deutschland", kauft 45% seines Verlag zurück ... von den Herren Nikolaus Reis und Tino Henn. Nach Insider-Informationen "für n' Appel und n' Ei".

2. Februar 2015
Wenig kreditwürdig? Der (neue!) Bruno Gmünder Verlag finanziert neue Produkte u.a. mit crowdfunding.

Details: Um (weiter) publizieren zu können, bittet der Bruno Gmünder Verlag jetzt seine "Fans" um milde Geldgaben.

am 22. Dezember 2015
... nach 35 Jahren endet die Ära des "großen" schwulen Verlegers Bruno Gmünder. Er überträgt seine Noch-45-Prozent-Beteiligung an den zukünftigen alleinigen Gesellschafter Frank Zahn. Der Rechtsanwalt hatte zusammen mit Gmünder im letzten Herbst die neue GmbH gegründet, nachdem der Verlag Insolvenz angemeldet hatte....

 

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