Samstag, 14. Mai 2011

Der gute Mensch aus Kremmen.


Je mehr man nach „einem der 10 mächtigsten Schwulen aus Deutschland", seinem Verlag und seinen sonstigen Aktivitäten forscht, desto mehr Positives... helle Begeisterung... ja Verzückung schlägt einem entgegen - nie jedoch auch nur eine einzige fragende, skeptische, geschweige denn kritische Stimme.

Beispielhaft dafür stehen die Buchvorstellungen / Buchbesprechungen im schwulen News-Portal Queer.de (fast alle verfasst von Gmünder-Anbeter Carsten Weidemann ). Ich habe in drei Queer-Buch-Rubriken - Biographie, Erotik und Fotobände - 50 (fünfzig!) Gmünder-Buch-Vorstellungen (notgedrungen) durchgearbeitet. Dann hatte ich die Schnauze voll... Alle schwappen über vor Begeisterung. Und ich wette, ich könnte 1000 weitere lesen... Da findet sich nicht eine einzige kritische Silbe. Carsten Weidemanns Buchbesprechungs-Sprachschatz umfasst ausschliesslich Positivismen. Für ihn sind Gmünders Publikationen eine einzige rosarote Buchwunderwelt.

Natürlich hat die schamlose Schönfärberei Gründe, schliesslich verkauft der Onlineshop von Queer.de alle Gmünder-Werke. Da will man Umsatz machen. Und wer noch etwas genauer hinschaut weiss, dass der Queer.de-Shop mit bruno’s Onlineshop 150% identisch ist.

Allerdings sind die schwule Lobhudelei und das wundersame Bild von Gutmensch Bruno Gmünder allgegenwärtig:

Bei Google die Stichworte „Bruno Gmünder" eingegeben, erbrachte am 10.5.2011 „ungefähr 73.100 Ergebnisse" und am 13.5.2011 bereits „ungefähr 76.300 Ergebnisse". Tatsächlich jedoch zeigt Google von diesen Unsummen nur (schwankend) zwischen 500 und 550 „treffende Ergebnisse" an, da alle anderen „den angezeigten Treffern sehr ähnlich sind".

 Analysiert man die angezeigten Ergebnisse, so erstaunt, dass selbst unter diesen

1.) haufenweis Doppel- und Mehrfachergebnisse sowie Ähnlichkeiten auftauchen und

2.) etwa 16% der Einträge nullkommanichts mit Bruno Gmünder zu tun haben bzw. als „Google-Müll" aussortiert gehören

Folgend eine Aufschlüsselung, die keinen Anspruch auf Perfektheit erhebt:

ca. 43% der Einträge befassen sich mit Buchtiteln (= Schwerpunkt) aus dem Bruno Gmünder Verlag, Buchangeboten, Autoren sowie (unter ferner liefen) Comics, Kalendern, Zeitschriften und Videos.

ca. 21% der Treffer beinhalten Einträge zur Firma, sprich zum Bruno Gmünder Verlag (= Schwerpunkt), den bruno's Porno-Shops, dem bruno's Onlineshop, dem Vertrieb, dem Verlagsprogramm sowie (unter ferner liefen) Stellenangeboten, Referenzen und Sponsoring

ca. 16% der Einträge haben - auch im weitesten Sinn - nichts mit Bruno Gmünder zu tun oder sind generell sinnlos (siehe 2.)

ca. 10% der Einträge beziehen sich auf Suchportale und Preisvergleiche, auch Amazon und Ebay

und nur ca. 6% der Einträge verweisen aus Artikel über den Verleger, den Verlag, Sponsering und Aktualitäten.
     Allerdings machen z.Zt. die beiden Themen "Gmünders Freispruch von Pornographie" (Februar 2008)  und "Gmünders Sponsering für die Aktionen zum Papstbesuch" rund 80% aller gegoogelten  Artikel aus. Das heisst: Geschrieben wird über den Verlag und seinen Verleger - in der Presse allgemein, in der schwulen Presse sowie in Online-Medien - so gut wie nichts.
     Übrigens taucht in Google kein einziger Artikel oder Artikelhinweis aus 2 Jahren TORSO und nahezu 25 Jahren MÄNNER auf...

2,5% der Einträge führen direkt zu brunoleaks oder zu brunoleaks über den Umweg "Paperblog"

Der Rest sind Pressemeldungen, Bruno-Fan-Seiten und Unerheblichkeiten.

Liest man sich nun durch die erstgenannten 43% und die unten genannten 6% der Einträge, also all jene mit Besprechungen und Vorstellungen von Gmünder-Publikationen, mit dort auftauchenden Gmünder-Autoren und mit bewussten Artikeln, zeichnet sich exakt der gleiche Begeisterungstaumel wie bei Queer.de ab:

... Der Bruno Gmünder Verlag beglückt den Liebhaber des männlichen Körpers mit einem weiteren hochwertigen Bildband... (Eurogay)

... um das Herz des geneigten Boy-Freundes zu erhellen... (blu)

... eine schlichte Aufforderung, sich fallen zu lassen und zu geniessen, was zwischen den Buchdeckeln geboten wird... (GayMaxx)

... eine Anthologie, die unter die Haut geht. Hand drauf! ... (Gaypeople)

... Jeff Palmers * Bilder sind intime, berührende, erotische und ästhetische Meisterwerke... (toys4you)
     * Anmerkung: Jeff Palmers ist der berüchtigste exzessivste Bareback-Porno-Darsteller, den die schwule Welt gesehen hat.

... ein wirklich aussergewöhnliches, bemerkenswertes Buch und wegen seiner Ehrlichkeit, Radikalität und Wahrhaftigkeit ein echter Lichtblick... (ganymed.blogspot)

Dass die anbetungswürdigen Presse-Verkoofe-Texte des Bruno Gmünder Verlag der Einfachheit halber vielfach kommentarlos übernommen werden, liegt auf der Hand.

 Bald schon drehte sich mir schier der Kopf - von all dem Gmünder-Hosianna und dem klebrigem Gmünder-Sirup.
In über 500 Google-Einträgen habe ich einen einzigen Autor gefunden, der auch kritische Worte über ein Gmünder-Werk zu publizieren wagt: Axel Schock über „Porn from Andy Warhol To X-Tube" im Blog der Aids-Hilfe. 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo liebes brunoleaks-Team,

vielen Dank und Respekt für euren Fleiß. Aber leider seid ihr einem kleinen Irrtum aufgesessen. All diese Carsten Weidemanns von queer.de und den anderen Internet/Printpostillen machen sich keineswegs aus Entzückung über die Gmünder-Produkte solch blumige Hymnen: Sie machen vielmehr den Guttenberg und übernehmen einfach die Pressetexte des Verlages. Besonders dreist ist das bei Carsten Weidemann, der dann tatsächlich auch noch seinen Autorennamen angibt.

Brunos persönlichem Archivar hat gesagt…

Das war zu vermuten, aber da wir (leider!) noch nicht in den PR-Text-Verteiler "einer der 10 mächtigsten Schwulen aus Deutschland" aufgenommen worden sind, konnten wir das schlechterdings behaupten. Gleichwohl Dank!

Anonym hat gesagt…

"Anmerkung: Jeff Palmers ist der berüchtigste exzessivste Bareback-Porno-Darsteller, den die schwule Welt gesehen hat."
Allerdings sind ist Pornodarsteller Palmer nicht mit dem Fotografen Palmern identischt